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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1916-08-15 · 2 (15.8.1916) · p. Seite 58

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
6/7 (1916)
Issue
2 (15.8.1916)
Date
1916-08-15
Page
Seite 58 (sequence 24)
Language
German
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Düsseldorf. Während der verflossenen^ beiden Kriegsjahre konnte Ine Arbeit in unserem Verein in vollem Umfange aufrecht erhalten werden, obwohl gleich in den ersten Tagen des Krieges drei Herren des fünfgliedrigen Vorstandes und eine große Zahl unserer übrigen Mitglieder zum Heeresdinst eingezogen wurden. Gleich zu Beginn des Krieges hatten wir uns der Zentralstelle für freiwillige Liebestätigkeit angeschlosfen; ferner trat der Vorstand Anstalten, uw einer etwa durch den Krieg entstehenden Not seiner Mitglieder zu steuern. Unter anderem wurde eine Stellenvermittlung eingerichtet, und auf unsere Rundfrage hin erklärten sich aus der Mitte unserer Mitglieder eine Anzahl Familien bereit, nötigenfalls Freitische und Freiwohnung zu gctvähren. Glücklicherweise hat sich jedoch eine Notlage unter unseren Mtglicdern nicht eingestellt. Als besondere Pilicht sah der Vorstand cs an, unter den Taheimgebliebenen die vaterländische Gesinnung zu pflegen; gleich zu Beginn des Krieges richtete er in einem Rundschreiben an seine inännlichen Mitglieder die Aufforderung. sich an den Hebungen zur militärischen Vorbereitung der Fugend zu beteiligen. (bin lebhafter Briefwechsel und ' der regelmäßige Versand von Liebesgaben sorgen dafür, daß auch die iin Felde stehenden Mitglieder in steter Verbindung mit dem Verein bleiben. Fm übrigen ivurden die Arbeiten des Vereins in der bisherigen; Weise weiiergeführl. Tie Titzungen konnten mit großer Regelmäßigkeit nahezu jede Woche srattfinden und waren durchschnittlich gut besucht. Es wechselten Vortragsabende mit Tiskussionsabenden und geselligen Zusammenkünften ab; die letzteren wurden aue-gefüllt durch deklamatorische Vorträge, während unsere Tamen eifrig Wollsachen sür die im Felde Stehenden strickten. Fm Winter 1!>14/!fanden eine ganze Anzahl von Vorträgen statt. Es sprachen: Herr Rabbiner Iir. Norden, Elberfeld, über „Seelsorge im Frieden und im Kriege"; Herr Rabbiner Dr. (i j d; c l b ad) c c, Düsseldorfs über .Tie Forderungen des Tages und die Lehren der jüdischen Geschichte"; Herr Dr. Alexander, Ercfeld. über „11 n i eie Pflich t"; Herr Rabbiner Dr. Samuel, Essen, über „Vaterlandsliebe in alter und neuer Zeit"; Herr Rabbiner Dr. N eumaif, Tuisburg, über „N eue Schriften über Deutscht u m u'^i ü F u d e n l u m". Kerner berichtete Herr Dr. Kaufmann über seine Erlebnisse als Feldarzt und Herr Sigmund Cohen über seine Reisen durch neutrale Länder. Fm Winter 1910/10 sprachen: Herr Kantor Rosen bäum, Barmen, über „T i ch t u n g e n aus e r n st e r Zeit"; Herr Lberarzt Dr. Steinb e r g über „S e l b st e r l e b l e s aus dem Felde" (mit Lichtbildern); Herr FuliuS W i h l, Ereield, über „T a s Fremdwort, seine E n tst e h u n g , Bedeutung und Berechtigung"; Fräulein Lilli Stein über „Tie Lstjudenfrag e". An einem der Chanukkah-Abende kamen wir zu Spiel und geselliger Unterhaltung zusammen, und am Purimfeste mar es uns zu unserer Freude möglich, die hiesigen jüdischen Verwundeten sowie die in der Stadt und der nächsten Umgebung in Garnison befindlichen Soldaten zu einer rechten Purimfeier einzuladen. Ferner fanden in den beiden Kricgsjahren je eine größere Veranstaltung statt, und zwar „V a t e r l ä n^d ische Abende", die überaus gut besucht ivaren. Wir konnten der hie,igen Zentralstelle für freiwillige Liebcstäligkeit einen ansehnlichen Betrag als Reingewinn überweisen.

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