Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 2 (15.8.1916)
- Date
- 1916-08-15
- Page
- Seite 51 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 51 — Verbands--Nachrichten firbritsgemeinfdiaft ber jüdischen Jugenboereinigungen Hamburgs. Auf Veranlassung des Herrn Or. T u ch < Hamburg sind Ve» Handlungen mit den Vertretern der jüdischen Jugenorganisationcn in Hamburg ' im Gange, die den Zweck haben, eine gemeinsame Tätigkeit dieser Vereinigungen herbcizuführen. An den Beratungen nehmen Delegierte folgender Hamburger Vereine teil: A g u d a ä Israel Jugendgruppe Hamburg, Jüdischer Turnverein Bar Kochba, Blau»Weiß, Jugend» bund, Jüdischer Turnverein von 1902, Verein 6 he > maliger Schülerinnen der Bieber st raße, Verein ehemaliger Schüler der Talisiud-Thor a-S chule, Jüdisch^! S chü l e r - W a n d e r g r u p p e und Liberale Jugcnhgruppe. Aus den uns zur Verfügung gestellten Berichten geben wir folgende Punkte wieder: Zu Beginn der Verhandlungen stellt^:! es Herr vr. Tuch als dringend Erforderlich dar, daß die jüdische Jugend, entsprechend den j völlig veränderten Verhältnissen, die zweifellos nach dem Kriege auf! allen Gebieten eintreten werden, sich zusilinmenschließe, um I allen ' äußeren Anstürmen und inneren Zwistigkeuen gegenüber gewappnete zu sein. Durch den 'erstrebten Zusammenschluß solle kein Verein in j seiner Selbständigkeit beeinträchtigt werden — im Gegenteil, jeder ' Verein müsse bestrebt sein, seine Ziele nach Möglichkeit zu! vertiefen.^ Außerdem aber müßten die gemeinsaincn Beruhigungspunkte aller jüdischen Jugendvereine hervorgekehrt und auf geeigneten Gebieten eine gemeinsame Tätigkeit entfaltet werden. Hiermit müsse s o f r t begonnen werden, damit die aus dem Kriege Zurückkehrendcn gefestigte und geeignete Organisationen vorsinden. Von seiten der orthodoxen Verrreter jt wurden verschiedene ©inn ünöe vörgebracht. Tie jungen Orthodoxen, die noch/nicht völlig gefestigt varen, liefen durch eine zu nahe Verbindung mit liberalen Kreisen Gefahr, in ihren religiösen Anschauungen beeinflußt zu > werden: es könne, falls ein fester Zusam iiensailuß erfolge, überhaupt leicht zu siuer Majorisicrung kommen und daher eher streit herbeigeführt als beseitigt werden. Herr Dr. Tuch hielt diese Besürchtnnäen für völlig grundlos, von einer Verletzung religiöser Gefühle oder der Majorisicrung könne gar nicht die Rede sein in einer Vereinigunz, die es sich zum Prinzip gemacht jabc, jede Möglichkeit des Streites von vornherein auszuschalten. Er wandte sich dann gegen das Mißverständnis, das verschiedentlich im Laufe der Debatte hervorgetreten war, als solle in! der neuen Vereinigung eine Verwischung und Vertuschung der Gegensätze stattfinden. Nichts sei ihm weniger sympathisch, als eine oberflächliche, auf falscher Neutralität beruhende Einigung. Von'