Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 8 (1.8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 215 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352397--1069-4927180- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 215 — möglich fein, die bei uns M-itglicd sind und zum Teil sogrr führende Stellungen einnehmen. Worum ist niemand von diesen (es wac eine nicht unerhebliche Zahl anwesend) aufgetret, n und hat der Ueberz« ugung Ausdruck geneben. die doch auch der Pertret:r der Blau-Weiß-Pereine aussprach, daß die Jugend aus pädagogischen R/icI sichten zunächst unabhängig von allen Parteien beeinslutzt werden müßte. Oder warunt hat niemand gesagt, daß in den Jugeudvereinen alle, welcher Pc rtei sie auch angehören, zu gegenseitiger Ach-' tung, zu einer ehrlichen ritterlichen Kampfesweise erzogen werden und daß daran auch die zionistische Pa rtei ,ein Erhebliches Interesse habe. Oder schließlich, warum hat niemand den Standpunkt vertreten, daß es von ganz, ungeheurer Bedeutung ist, daß noch an j einer Stätte ein friedliches Zusammenarbeiten aller Parteien möglich ist. Es ist über unsere Neutralität so. viel Unsinn gesagt worden (man denke nur an das nicht totzuschlagende Ammenmärchen von dem neutralem Menschen, den wir erziehen wollen, an die notwendige Programmlosigkeit zionismus unter neutraler Flngge). daß sehr wohl ein Mitglied unserer Bewegung hätte erkläre» können unserer Arbeit, an den ausgesprochenen Anti was unsere Neutralität bedeutet und wie sie gehandhabt wird. So mußte!s doch den Anschein erwecken, daß sie die vo^- getragenen Ansichten teilten. Und selbst wenn sie voraussahen, daß die radikalen Anschauungen nicht duichdringen würden.' war csdarum überflüssig:' Jrrtümer aufzuklären, unge:echtfertigfe Angriffe zurückzuweisen und ein yffenes Wort der Verteidigung für eine Organisation zu wagen, der man doch angehört. I Wir haben ein großes erzieherisches und soziales Programm. Die Grundbedingung seiner Erfüllung ist diss unbedingt^ Treue seiner Führer.' CoraBerliner. Semeindepolitik gemeinden und lugendpflege. t das angesehene Kölner Israelitische Gemeinde- . Juni einen Leitartikel, dem mir folgendes Unter diesem Titel briiij blatt in der Nummer vom 1^ entnehmen: .! „So sehen »ii, daß sich die jüdische Jugendpflege im erfreulichsten Wetteifer mit der dhr anderen Knifessiouen befindet. Wie fast alle jüdischen Bestrebungen, ist auch die Jugendpflege der/Freiwilligkeit und der eigenen Initiative der beteiligten Kreisle eirtsprungen. Dankbar soll dabei anerkannt werden das Verdienst, das sjch auf Anregung der Grotzloge des Ordens Bne Brith die jüdischen Logen erworben haben. Anerkannt soll ferner sein, die Förderung, die andere große jüdische Organisationen, wie der ..Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", der „Deutsch-Israelitische Gemeindebund" und eine Reihe hervorragender Einzelpersonen um die Förderung der Bestrebungen einer rationellen jüdischen Jugendpflege erworben, haben. Allein im großen und ganzen muß leider konstatiert werden, daß die jüdische Allgemeinheit sich viel zu wenig des Gedankens bewußt ist, daß „wir