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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-06-01 · 6/7 (1.6.1914) · p. Seite 194

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
6/7 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 194 (sequence 34)
Language
German
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— 194 — Mattis, in zuvorkommendster Weise erhalten hatten, gestaltete sich wahrhaft herzerfrcuend, indem das Spiel der Kapelle von den Flügeln des Schlosses iif doppeltem Echo zurückgeworfcn wurde und unser Zug durch ein Spalier von jungen Kadetten sich bewegte. Nachdem wir das Aeutzcrcpund Innere des Schlosses unter Führung des Kastellans besichtigt und die Einrichtungen erklärt erhalten hatten, genossen wir noch einen wundervollen Blick von der Schlotzterrasse aus auf das am Fuße des Schlotzberges ausgedehnte Städtchen Bcnsberg, den .Königsforst, die weite Rheinebcne. das Sicbcngebirge und die Zinnen und Türme der Stadt Eöln mit ihren gleich zwei Nadelspitzen aufstrebenden Domtürmen, von denen etwas nördlich die Abendsonne blutigrot herniedersank, kurz ein Anblick, wie er schöner selten beschieden sein kann. Ein Ständchen, der Kapelle, vor der Wohnung des Inspektors dargebracht, stellte den Dank : unserer Mannschaft für das uns Gebotene dar. Nach kurzem steilem Abstieg brachte uns die Vorortbahn wieder nach Eöln zurück, lvobei die zirka einstündige Fahrt ebenfalls durch Vorträge unserer Kapelle gekürzt wurde. Besonders unser Solist Karl Lies mutzte seiner Flöte solch' anmutige Weisen zu entlocken, datz nicht nur unsere Fungen. sondern auch die übrigen im Wagen befindlichen Sonntagsausslüglcr seinen Weisen andachtsvoll lauschten und ihm begeisterten Beifall spendeten. Bei der Fahrt liber den Rhein stimmte die Kapelle die Weise an: „Es braust ein Ruf wie Donncrball" und „Lieb' Vaterland, magst ruhig sein, fest steht, und treu die Wacht am Rhein!" ward von all den jungen Lippen mit Begeisterung mitgcsungcn. Es idar ein schöner, gcnutzrcicher Nachmittag, und nach einem kurzen Marsch durch die Stadt bis zu unserem Vereinslokalc mit der Kapelle an ^der Spipc schieden wir mit dem Ruse: „Frisch auf" und „Aus Wiedersehen bei der nächsten Wanderung". Fngcnicur A. Holländer. Neuwied. F ü d i i rf) e r F u g e n d v e r c i n.i Unser Verein kann aus ein segensreiches Vereinsjabr zurückblicken. Die Mitglieder durch gesellige Veranstaltungen znsnmmenznbringen, ihr jüdisch-religiöses Wissen zu mehren und sie über jüdisch-aktuelle Fragen in objektivster Weise zu informieren — das war der ideale Grundgedanke, den der Verein in die Tat umzuscvcn bestreb: war. Das Vereinsleben war während der Wintermonate erfrcnlichcr- R'CiK reck» rege. Ächttäglich sanden Zusammenkünfte statt, die durch interessante Vorträge.'Diskussionen über akute Tagesiragen und andere unterbalrende Darbietungen recht gemütlich verliefen. - Die Vercinsabende Ivaren recht zufriedenstellend besucht. Herr Lskar Eschelbacher war als Delegierter zum Delcgiertcntag in Frankfurt entsandt. Die Vorträge hörten wir teillvcise mit dem, hiesigen Literaturverein. - Auch aus unserer Mitte hielten einige Herren in gütiger Weise ebensolche. Die^ Themata waren folgende: lP orieft)* B e r I in: „Berliner Boböme". — C ln1 r p t i man c r Esckcl - p a ck> e r - N e n w i e d: „lieber den Sinn sür das Naturschönc". — Dr. j& a nn o v e r -Eöln: „Ebassidismus". — Bankbeamter M a r K ausmann - Neuwied: „Scheck- und Wechselverkcbr". — Dr. R o s c n t h a l - C ö l n: „Fallacha". - Kaufmann H ermann S i in o n - bl e n iv i c d: „Füdische Geselligkeit". — G olds ch in i d t - D o r t 11m n d: „Facob Locwcnbcrg". — Lehrer Lev» - M a N e n: „Mendelssohn". — f berprimaner Cernr Esckc lb a cher - bl c u iv ied: „Der Ritualmordprozctz". — Dr. Bar uLi - Eob - lenz: „Der Fndc im Drama", mit Rezitationen des Lbcrregisseurs des Schauspiels vom Theater in Eoblcnz, Herrn Loh. — Lehrer Ransenbcrg-?lcuwied: „Die religiösen Parteien". — An die Vorträge schlossen sich fast jedesmal reckt lebhafte Diskussionen an. — Fm Sommer fanden mehrere Ausflüge in die herrliche nähere und weitere Umgegend statt, die einen solch schönen Verlaus nahmen, datz sie in diesem Fahr in grotzcr Zahl geplant sind. Der erste Ausflug — eine Frühwandcruiig nach dem Fürstlich Wiedschcn Schlotz Monrepos — fand zahlreiche Beteiligung. — Die Sukkcth- und die Kaisersgcburtstagsseicr fanden in Form eines Heimabends statt. Ein Cbannuckaball, I

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