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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-06-01 · 6/7 (1.6.1914) · p. Seite 181

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
6/7 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 181 (sequence 21)
Language
German
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181 — regiermtg wie der Ciuucli'taoten gilt vorwiegend dem Wähle der Landwirtschaft. Unter, den heutigen Verhältnissen ist es besonders der Jude, welcher unter dieser Politik, welche ihm die Lebensmittel verteuert, leidet. Von dem Augenblick an, wo der Jude selbst Land w i r t ist, g enies; t e r den Nutzen dieser Politik mit. Auch die Charakteristik des Bundes der Landwirte würde viel an schärfe gegen die Inden verliere^, wenn Inden unter den Bauern in größerer Zahl zu finden wären. Bei dem heutigen Gegensatz von Produzent nnd Konsument hat der Jude den Bund der Land- . wirte schon deshalb gegen sich, weil der Jude einzig und allein aus der ' konsumierenden ^eitc zu finden ist. Ter Bauernstand hat für sich, daß er ein vollständig unabhängiger Stand ist. Tie Mühseligkeiten der Baiiernarbeikl sind durch Maschinen, Motore usw. gemindert. ^Tas . Auskommen eines fleißigen Bauern ist ein unbedingt sicheres zu kennen. Tnbcü läßt sich heute ein Bauernhof vollständig von kauftuännischen Gesichtspunkten aus bewirtschaften, ja es ist sogar notwendig,, daß er kaufmännisch geleitet wird, Es geschieht so viel, um die Juden Palästinas zur Lindwirtschaft heranzuziehen- Wenn'die Juden Rußlands und Palästinas tüchtige Landwirte äbgeben, so müssen,cs unsere kulturell hochentwickelten deutschen Juden erst recht sein könnew Auch' zur Landwirtschalt gebärt Kapital Und zwar zur Anzahlung beün Kauf eines Gutes, zur Anschaffung von totem und lebendem Inventar usw. Als dritten Berus nannte .ich den mittleren Beamteustand. Ich habe da Stellungen im Auge im Berkehrsdienst, im Berwaltungs- und Justizdienst, im Lehrberuf, mit eineiw Einkommen von 200(1 bis 4000 Mark. Bis jetzt ging das Streben unserer Organisation immer nur dabin, den Inder die hohen Aemter zugänglich zu machen. Wik bcmühen uns um Zulassung zum Reserveoffizier, zur ordentlichen Professur, zu den bolien Richterstelleu.- Tiefe Taktik ist falsch '.und nur einzelnen dienlich. Mit diesen Bestrebungen lösen wir sofort auf der Gegenseite als Gegengewicht den Ruf von. jüdischer Pordringlichkeit aus. Wir müssen daher die Takti^ ändern und von unten anfangen.. Wenn wir 100 Beamte eines Ressohts im mittleren Tienst haben, wird es auch leicht seir, 10 Juden in öeji höheren Dienst zu bringen. Wir werden auch dan i viel enger mit dem Staalswesen verknüpft fein. . ' Roch in unterer Hinsicht würde ich die Anstellung von Juden jmmittlere» Staat-dienst begrüßen.! Ich habe s'chon kurz die Heiratsmiiere unserer Töchter envähut. Wenn heute ein junger Mann/hei- ratet und will ein Geschäft bcginueis, muß Sr Geld haben und seine Ansprüche an die Mitgift der Braut sind nicht klein. Angestellte Ka«fleute können trugen der Unsicherheit ihrer Stellung häufig schon sich eine Ehe gar nie it mehr erlauben. iGelingt es uns abör, einen Teil der jüdischen junger Männer in die obige» Beamten stellen hineinzubringen. so hätten wir einen -Stamm von Leuten, welche infolge' ihrer gesicherten Stellung, auch bei kleistere» Einkommen heiraten könnten. Ta sie aber kein Anfangskapital bestätigen» so wäre es ihnen auch.Möglich. nach Neigung und unter Berücksichtigistig der Eigenschaften unserer Töchter zu beirüten. Schönheit, Bildung Kind Fähigkeit der jüdischen Jungfrau würden höher gewertet werden, heutigen Verhältnissen sich selbst ihr Brot Manche Mädchen, die unte? verdienen müssen, die sreud-

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