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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-06-01 · 6/7 (1.6.1914) · p. Seite 178

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
6/7 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 178 (sequence 18)
Language
German
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— 178 — Tie wenigsten Lp; leben in die Stadt, hängt wohl kein Fürs wie der Landjude an Stein ist ihm teuer. _ machen, Urväter Hauhr regsam genug, um dc sl Leben der Städte zu erfassen und mitten im Genuß und Trubel dir!Städte empfinden sie zeitlebens Heimweh nach der stillen Heimat. Sie finden in der Stadt nicht die von zu Hause gewohnte Achtung ihr w Person/ So erkennt der in die Stadt ziehende vermögende Landjude Zu spät: ./»Auf dem Lande war er eine Personlichkcit, in der Stadt ist er eine^Zahl." — djuden Acben jedoch aus Steigung zum Wohlie wirtschaftliche Not treibt sie dahin. Tabei nit gleicher Liebe an dem Schlosse seiner Väter, m von seinen Vorfahren ererbten Hause. Jeder r ist gewöhnt, sich in seiner Wohnung breit zu rt ist dreingestopst. Blutenden Herzens trennt er sich von Halis und ^Hausrat. Ter Landjude, der ans wirtschaftlichen Gründen in die Stadt zieht, weiß, daß er an dem Glanz und Luxus der Städte keinen Anxcil hat. Er wird sich vielmehr in Wohnung und Lebenshaltung einschhänkfn müssen, bis es ihm "gelungen ist, einen Boden zu finden, auf welchem er sich ernähren kann. Aber die Not drängt zum Wegzug niid hr nimmt ein Stück Genieinde, ein Stück Judentunl mit sich. j; Ich komme nun jzn der Verminderung der jüdischen Landgemeinden, dadurch, das; der! 9 Nachwuchs Stellung, und Unterhalt in der Stadt sucht und dort bleibt.! Zuden Zeiten des großen Gebnrtenüberschiisses war dies natürlich ohnp Einfluß auf die Gestaltung der Landgemeinden. Heute liegt darin oft auch die Ursache des Wegzuges ganzer Familien. Tie Gründk sind folgende: Ter Jude im allgemeinen läßt seinen Kindern gerns eine gute Schulbildung zuteil werden. Kommt nun die Zeit heran, wo ein Vater mehrere Söhne in Schule und Lehre zu geben bat, womöglich kurz nacheinander, so ist ihm dieser Betrag oft unerschwinglich. Gr; berechnet, daß er für den Betrag, welchen der Unterhalt seiner Söhne erfordert, fast seine ganze Haushaltung bestreiten kann, wenn ^r;fcine Söhne bei sich behalten kann. Ans dieser Erwägung heraus zitzht er dann in die Stadt. Nun ist aber noch ein neues Moment in unser Leben getreten, und leider bildet dieses esn recht trauriges Kapitel in der Beschreibung der Früher batte man nur für das Fortkommen der Hie Verheiratung der Töchter war bei der großen Leuten auch bei kleiner Mitgift nicht besonders es auch den Töchtern Grundlagen zu schaffen, auf welchen sie ihr Auskommen finden, wenn sie sich nicht verheiraten können. Und leider kochmen nur zu viele unserer, jüdischen Töchter nicht zur Heirat. lAnf diese Misere komme ich im weiteren Verlauf des Aufsatzes zu sprechen.) hllso auch die Absicht, die Töchter einen Beruf ansüben zu lassen und sie trotzdem bei sich zu behalten, kann für Eltern mitbestininiend sein, in die Stadt zu ziehen. Tie Aussichten der Juden, vorwärtszukommen, sind aber auch in der Stadt sehr herahgemindert. Dem Geschäftsmann, welcher aus wirtschaftlicher Not in die Stadt zieht, geht es dort meist nicht besser wie auf dem Lande. Zu einen; eigenen Geschäft reicht das kleine Kapital gewöhnlich nickst aus oder doch nur zu einem Geschäft von geringen; Unifang und entsprechend geringer Ertragsfähigkeit. Meistens ist dann Lage der Landjuden. Söhne zu sorgen. Anzahl von jungen schwierig. Heute gilt

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