Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 6/7 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Mitteilungen des Verbandes der jüdiscfien - Jugfcndvereine Deutschlands kjest 6/7 Berlin, 1. Juni 191 r 5. Jpljrg. Inhalt: Sozial« und rcligiöfg Poftulate der jüdischen lugend ....... Seile 16t Zur wanderougelfrage ..„ 165 wie dann dem wirlschaftlichen Niedergang der landjuden entgegentzeardeilel werden. ,.172 Umschau: Statlftik: vie 3al)l und verleilung der luden auf der erde .... „151 Hgionifalion: eorllchrill« der jüdischen Kolonllalion PaUtflinas.Seile 185 Cilerafur: cedenrdücher und ' Neledrungidücher. 187 vermiedener. „ 186 kingegangmf« Nücher und Schriften . „ 160 Perdande-Nüchrichten: * Mitteilungen der Seschüflrfielle. . 161 Nur unseren Vereinen.162 edrdererlllle. „ 165 Soziale und religiöse Poftulate der'jüdischen Jugenb.;>icferat gehalten auf der Elbersclder TeleHsertentagung von .öe.rm Rechlsanwall -vr. I s i Kahn, Cöln. Vorsitzender des Bezirksverbandes der jüdischen Iugendvcreine Westdcniseti- 'lands und Vorsitzender des /Zngcndvereins „Oabriel Nieder" zu ckölir. > .hochverehrte Tomen xtnb Herren Delegierten! Hochverehrte Anwesende!! | i Tos 20. Jahrhundert "ist dos Jahrhrchdert des Materialismus: ec drückt unserer Zeit dos brennende Kainszeichen der Entartung ans die Stirne. Tos Streben noch einek wirtschhftlich gesicherten Existenz dnrchdringt olle Poren des Lebens, besonders aber der vorwärts strebenden Jugend. Ausschlaggebend für alle, jung und alt, ist das Geld. So wird jenes Wort des Altmeisters wahr: „Am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles!" In vergangener Zeiten Flucht war es berechtigte Eigentümlichkeit der Jugend, sich ganz dem Streben und Schossen noch höheren Gütern hinzugeben: j Dem ist heute nicht mehr > so, nicht mehr in den Städten, nicht mehr a^if dem Lande. Tie jung- ) fränliche Seele des erwachenden Kindes wird frühzeitig schon verschlungen von den Molochen der Großstadt.! Tos Cas6, der Kientopp, - die Varietös, die Bors, die Mnisons de I/anse und was sonst noch initzier der Großstadt Eigentümlichkeit heimzutage ausniacht, sie alle strecken ihre dürren. Arme weit aus, um die! Jugend an sich zu ziehen. Aber auch der Bauer auf dem platten Lande besitzt heute nicht mehr jene alte Sittsamkeit, die dem Menschen durch den unmittelbaren täglichen Berkehr mit der Natur immer und iinmer wieder zuiii Jungbrunnen ward. Ter Patriarchalisnnis, jenes Verhältnis, das'nicht nur trockene Rechte und Pflichten zwischen Herreh und Untergebenen kennt, sondern das erzeugte, sogleich das aus der Ethik heraus geborene Verantwortlichkeitsgefühl dem arbeitenden Mitmenschen gegenüber, das, in I