Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 4 (1.4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 103 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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103 — i i ' die jyinmel gegen die Miniiu wurde, im ersten! nachchristliche» Jahrhundert ciugeführt, du die Fudenchristeu mit den Jubcn; in den Shitagogen' noch ge-, meinschaftlich beteten. Durch Eiusührtilig und lauten Portrag dieser Formel sollte gesorgt werden, das; der Pordeter nicht etwa der neuen Meherei hui. rügte. Dazu mag noch gekoininen sein, daß die aus dein Fudentuiit stam---! inenden Anhänger der junge» Mirche ihren »ingaug mit Ftlden. zütveilen | beuubt haben, um ihre früheren Oilaubensbrüder den röliiischen Behörden / zu verraten, so daß derartige Fudenchristen als Angeber oder Delatoren <M,,srii», inals< Iiiniin) 'galten. . Dieses Achtzehn-Gebet reicht mit seine» ältesten Bestandteilen dis in die Makkabäerzeit zurück. Lein genauer Wortlaut /aber schwankte noch während des ganzen Mittelalters, so daßR. David Abudraham aus Tevilla uni 134i> schreiben konnte: es gäbe nicht zwei jüdische Gemeinden, in denen Ljie TV« pliiIIah Wort für Wort gleichlaute. - l . * * * [' . ■ Das älteste Bekenninisjtück ist das dleluna mit dem bekannten Wort von der Gotteseinheir und der Forderung hingebender Liebe an den Ewigen. , : Diesem Bekenntnisse gingen schon seit der Makkabäerzeit Legenssprüche vor- I an und folgten ihm, Legenssprüche, die von der Gnadengabe des Lichts.jFsraels! Auserwählung und Lottes Erlösergüte sauge» und sagten, | SJicbt I ganz deutlich wird es dem fachunkundigen Leser in der sonst so kristallklaren : Darstellung des peinlich genauen und zuverlässigen Verfassers, ob. §>er alte Munitausdruck für die frühere Rezitationsweise pores >1 scliema, das .fLchonta halbieren", bedeutet, daß der Vorbeter von jedem Lat? die erste Hälfte lund die Gemeinde immer die Lchlußhälfte i» jedem Lat? der 3 BckenntniSapschnitte sagte oder, ivas mir einleuchtender scheint, Vorbeter und Gemeinde wechselten und Vers um Vers sagten. Es dauerte lange, bis die Ltammgebete ficii zu einer festgefügten Ordnung aufbauten. Lo lvar ursprünglich beim Abendgebet die 'i'ophiIlyh nick« vorgeschriebe». Statt ihrer tvurde das Gebetftück Ilam IiKilieuu gesprochen. Mussar irmrde nur gebetet, da wo ein (lucher ir, eine größere Gemeinde mit eigener Nomniunalverwaltung vorhanden war. Von der Einschaltung bestimmter Lpferverse aus der Dora ins Musaph wollte noch Raschi zurjFeitdes ersten .Nreuzzuges nichts wissen. Die Legcnssprüchp der Frühe iourheu einhellig zur Privataudackn gerechnet, Maimonides um 1 HK) wies in diese auch noch die Frühpsalmen iPsnke «lasimrai. Diese große Autorität stellt»! auch die Wiederholung der Tephillah ab. tveil in chairo die Beter sich während der Wiederholling unruhig zu benehmen pflegten, so daß der Mantor sostnu sogleich die SYiinione esre laut rezitiere» sollte. i Fmveilcn haben auch Mißverständnisse zu liturgische» Bräuchmi ^geführt. Lo >var es einst üblich, den Legen vor dem Lchema mit „Amen" zu schließen. Das haben Abschreiber als Abbreviatur von Kl melecli ncinaul- \C'ibtt. treuer Moitijv aufgelöst, und. da das Schema mit seinen 24 ö Wörter» durch Hiuzunahine dieser drei die Fahl von 24ts Wörter» erreichte, faitd inan ■ darin einen ivillkoinniene» Hinweis auf die 243 Glieder des Menschen, die alle berufen sind, Gott zu dienen. .; * ' * ' ■ I ' ’ ■ El bogen sag! mit Recht, daß die Geschichte des Gottesdienstes, ichrch die Entivicklung der religiösen Fdeen bestimmt sei. Daher haben mhstische Strömungen mannigfach auf die Liturgie cingewirkt. Es wurde vor dcjr Torarorlesung aus dem Soiuir, dem im 14. Fahrhundert verbreiteten Gryndbuche der I<al>>>aIIaI> das aramäische Ltück Iier'ul, seiiomell eingeführt, für ^dos