Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 4 (1.4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352379--0947-4927060- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Mitteilungen des Yer&andes der jüdischen Jugfridvereine Deutschlands lieft 4 Berlin, 1. April 1914 5. Jaljrg. Inhalt: Bemerkungen über ülbnismus und lubentum . . . l. Daoib... Un[er Sibbur . . . L. Citerarifdie Umschau: eine vessachgabe l . fingegangene Bücher tinb Schriften . Drei freie Tage Derbanbs-Nachrlchlen: Beileeinbrüche aus Dstbeulschianb Seile 97 1C1 102 105 $ Jio Seile 115 Verbands-Nachrichlen: Protokoll. Das lojaftrige Siiftungsfeß der bereinigten Turnerschaften . . . . ' : 110 Rus linieren Vereinen.,,121 niitleilungcn der öefchüfisltelle . . „ 120 TOrberer des Verbandes der jüdischen lugenboereibe Deulschlands.125 Förbercrlifte .,-125 Rnaeigen . I. 127 Bemerkungen über Zionismus und Jubentum. j, Von Prof. Dr. Julius Goldstoiiii iDarinstudt). Die Redaktion dieser Zeitschrift hat mich gebeten, ich möchte mich zu dem Thema „Monismus und Judentum" äußern. Die Art, wie Haeckel an seinem achtzigsten -Geburtstag gefeiert worden ist, die Art, j wie der Monistenbund und andere freigeistige i Vereine diese Gelegenheit benutzt ha den, um Propaganda für ihre! Gedanken zuinacheif. dürfte nicht ohr e Eindruck auf die jüdische Jugend geblieben sein. Apch ', die Bestrebung,m des Komitees „Konfessionslos" greifen auf unsere Glaubensgenossen über, die ja allzuleicht geneigt sind, sich von den Erscheinnngen des Tages blenden z» lassen. Selbst in manchen Kreisen der Nationaljuden Empfindet man es nicht als häßliche Assimilation, freidenkeriscksen Tägesströmungen sich anzuschließen. Ich erinnere nur an die Worte von Moritz Goldstein: ^„Wenn alle Welt unreligiös . . . wer-- - den will, warum sollen wir Juden, wir ehrgeizigen Europäer, beim lieben Gott und seiner Moral verharren?" Nebenbei gesagt, ist die Behauptung, alle Welt wolle unreligiös werden, eine erstaunliche Werkennung aller tieferen, zur Religion hindrängenden Zeitmächte und nur zu begreifen aus dem Berliner Milieu, da^ sich allzuleicht mit der Welt verwechselt. 's Auch wenn der Monismus nicfjt ausdrücklich den Kampf gegen die Ueberzeugungen der positiven Religion in sein Programm aufgenommen hätte, wäre er doch der Tpdfeind des Judentums. Wer seinen GrundbehauptUngen „zustimmt, hat damit die Voraussetzungen unserer Religion aufgegeben. Mit einer Weltanschauung, in der kein Raunt für einen lebendigen Schöpfergott, für Freiheit, Unsterblichkeit und Offenbarung ist, kann das Judentum nicht paktieren.