Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 2 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 52 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352376--0900-4927015- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
52 machen, indem er uns seine umfangreiche Bibliothek liebenswürdig zur Verfügung stellt. Unser Verhältnis zu den anderen hiesigen jüdischen Organisationen und der Stadt Essen hat zu keiner Klage Anlatz gegeben. Durch ein Vorstandsmitglied sind loir unter anderem im engeren A u s s ch u ß s :i r Jugendpflege vertreten. Mit der Bildung eines Zweigvercins in B o r b c ck haben wir einen glücklichen Anfang gemacht zur Lösung der I u g e n d f r a g e in den K l e i n g e m c i n d e n. i^ie Gründung des Zweigvcreins wurde im Januar durchgcführt. Tie ausgedehnten örtlichen Verhältnisse niachten für den Zweigverein eigene Veranstaltungen erforderlich und die gleiche Arbeitsweise wie beim Hauptverein gelangte in Anwendung. Vortragsabende wechselten mit Heimabenden ab-. Die Vorträge im Zwcigverein waren: Rabbiner Dr. Cohn, Essen: Moderne Uebertragungcn aus den Dichtungen Jebuda Halevi. — Rechtsanwalt Dr. Otto Grundmann. Essen: Das neue Gesetz für Angestelltenversichcrung. — Lehrer Mar Levisobn, Essen: Das deutsche Volkslied in Wort und Weise. — Rechtsanwalt Dr. Lcvn. Essen: Ludwig Bambcrger als Deutscher und Jude. — Lehrer Nutzbaun.. Castrop: Glaube und Heimat, die Tragödie eines Volkes von Karl Schönhcrr: ein Spiegelbild jüdischen Schicksals. »cilbronn. M o n l e f i o r e - P e r e i n. Jahresbericht pro 1012,13. erstattet in der 6)cncralversammlung am 1-l. Oktober 1013. Mil Genugtuung können wir auf das abgelaufenc Vercinsjahr. das zweite seit Bestehen unseres Vereins, zurückblickcn. Unsere Bestrebungen haben weiteren Anklang gefunden, was sich schon üuherlich darin kundtut, datz unsere Mitgliedcrzahl von 105 auf 240 gewachsen ist. Durch eifrige Arbeit ist es uns gelungen, unseren Mitgliedern in geistiger Hinsicht eine Menge von Gutem zu bieten, und uns dadurch auch die Anerkennung und Achtung von gutzenstehcnden Kreisen zu erringen, die im vorigen Jahre unserem jungen Verein und seinen Bestrebungen noch skeptisch * gegenübcrstandcn. Datz wir dies als einen grotzcn Erfolg bezeichnen dürfen, werden uns diejenigen bestätigen, welche die Heilbronner Verhältnisse kennen. — Es wurden im Laufe des Jahres eine Reihe sehr guter und interessanter Vorträge an unseren Vercinsabenden gehaltene Es sprachen: Herr Gewerbelehrer Frank über das Thema: „Wie entsteht ein modernes Plakat?" — Herr Rechtsanwalt Dr. Gumbelübcr: „Rousseau". — Herr Eppenstein über: Sabattai Zwi". — Herr Referendar Köhler über: „Die Kriminalität der Jugendlichen". — Herr weltgeschichtliche Bedeutung des jüdischen Handels ischeu Juden Benjamin von Judcla im letzten Vier- Herr Lehrer Sahm Tbalheim über: ..Napoleon und die Juden". —■ Hers Zahnarzt Scbcreschewskh über: „Rassenprobleme". — Herr Landtagsabgeordneter Fischer über: „Die Wirkung der maschinellen Technik aus die Persönlichkeit". — Herr stuck, jitr. Scheuer über: „Recht und Unrecht". — Herr Julius Steigerwald über: Schundliteratur" nm vorigen Vereinsjahrl. •— Nach diesen Vorträgen gab es in der Regel eine lebhafte 'Diskussion. — Auch öffentliche Vorträge fanden statt: Herr Rabbiner Dr. Tänzer-Göppingen sprach über ein sehr aktuelles Thema: „Das neue Jsraelitengesetz und die neue israelitische Kirchcnverfassung in Württemberg". Ein sehr zahlreiches Publikum lauschte seinen interessanten Ausführungen. Ferner hielt Herr Dr. Tb. Heiitz. Chefredakteur der hiesigen Neckärzeitung einen Vortrag über: „Mode u >d Geschmack", der ebenfalls recht gut besucht war. Ter letzte und einer der besten Vorträge war derjenige des Herrn Dr. Apfel- Berlin, des eifrigen Vorkämpfers unserer Bestrebungen. Herr Dr. Apfel, dessen Thema „Jugend und Judentum" behandelte, wutzte mit seinen geistreichen Ausführungen seine Zuhörer nicht nur zu fesseln, sondern geradezu Landsberger über: „Die und die Reisen des spani tcl des 12. Jahrhunderts