Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 2 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 44 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 unten im Treppenhaus fällt uns ein Riefenschild auf, auf dem zu leiefr ist, daß der F. F.-B. feinen „Heimabend" im ersten Stock abhält. Nachdem wir uns unserer Garderobe entledigt haben, geben wir in die erste Etage, in dessen Foyer wir schon eine Anzahl junger Damen und Herren, es mögen vielleicht 50 fein, antreffen. Fast jeder trägt eine kleine Radel, um damit seine Bundeszugehörigkeit auch äußerlich zum Erkennen zu geben. Mein Freund bat mich einigen Damen und Herren vorgestellt und ein Herr war jo liebenswürdig, sich mir als Führer anzubieten. Wir gehen in ein kleines Zimmer, in dem einige Mitglieder sitzen und im üeiert der Zeitungen vertieft sind. Fch entdecke beim Hinblicken u. a. das „Berliner Tageblatt", das „Hamburger Fremdenblatt", die „Frankfurter Zeitung", die Mitteilungen des Verbandes der jiidischen Fugendvereine, die Mitteilungen des Berliner und die des Hamburger Füdifcben Fugendbundes, die Füdifche Ruud- , schau, das Israelische Familienblatt, die Welt. Fm Deutschen Reich, die .allgemeine Zeitung des Fudentunis und viele andere mehr. Außerdem liegt eine Mappe illustrierter Zeitungen aus. Mein Begleiter teilt mir mit, daß alle diele Zeitungen und Zeitschriften aus dem, Mitgliederkreise liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellr worden sind. Wir gehen in ein anderes Zimmer. Auch hier herrscht lautloic Stille. Einige Mitglieder haben sich hier zum Schachspiel hingesetzj. Fn einem anderen Raume vereinigen sich wieder diejenigen Mitglieder, die sich gern ein wenig unterhalten wollen, und in kleinen Grüppchcn steht man beieinander und plaudert über dies und das. Das Foyer hat sich inzwischen geleert, hier stehen jetzt nur noch die Danien und Herren der Propagandakommission, denen es obliegt, die Gäste und Fremden zu empfangen und zu begrüßen. Ta auf einmal geht eine Glocke. Es ist dies das Zeichen zuin offiziellen Beginn und alles begibt sich in den kleinen Vortragssaal. Zirka 120 Mitglieder sind jetzt anwesend, und manche, die sich jetzt erst sehen, begrüßen sich. Tie Glocke des Vorsitzenden erklingt, unü äugenblicklich endet das Summen und lautlose Rübe tritt ein. Der Vorsitzende verliest das Programm, aus dem hervorgcht, daß zunächst die literarische Abteilung und die musikalische Gruppe die Anwesenden mit ihren Darbietungen erfreuen wollen. Rach den mit Beifall auf. genommenen Vorträgen dieser Gruppen, die ca. 40 Minuten gedauert haben, tritt eine kleine Pause ein, in der von den weiblichen Mitgliedern Tee und Kuchen kredenzt wird. Rach dieser Stärkung tragen einige Mitglieder noch kleinere Stücke oder Gedichte, teils ernsten, teils heiteren Inhaltes vor. dann wird der offizielle Teil geschlossen. Tie Mitglieder verteilen sich wieder in die Nebensäle. Währenddessen haben