Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 1 (1.1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352375--0873-4926989- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
■20 legungeit mit der Mahnung: Was du tuest, das »ne für die Zukunft des Vaterlandes und des Judentums. Reicher Beifall dankte. j Herr Dr. mcd. 5 diu fr c r - Aachen sprach sodany über «Die Körperpflege in den jüdischen Jugendvercpnen". Es genüge nichts empfehlen auf Körperpflege durch Turnen, Wandern ufm. hinzuweiscn, es müsse praktisch gearbeitet werden. Ter Sinn für volkstümliche Spiele mutz geweckt und gepflegt werden. Bei eingehender Pflege darf der Sinn nicht für das Innen-! leben verloren gehen. Redner empfahl die Bildung von besonderen Abteilungen in den einzelnen Vereinen. Die Hauptsache sei eine gute Leitung. Viel hänge von einem tüchtigen Vorturner ab, sei cs nicht möglich, einen solchen aus Vereinsmitgliedern zu erhalten, möge man an die D. T. herantreten, die gern mithelre. Auch diesem Redner dankte starker Beifall. Nunmehr folgte der Hauptvortrag des Abends. Fräulein Eora Berliner, die Geschäftsführerin des Verbandes jüdischer Fugendvereine Deutschlands» sprach über: Vorteile u n d N a ch t e i l e e i n e r j ü d i s ch e n I u g e n dhewegung". Rednerin wusste in ihrem rhetorisch und sachlich nur der Höhe stehenden Vortrag die Anwesenden in ihren Bann zu ziehen. Mit Spannung folgte man den Darlegungen, und der manchmal gewaltsam ausbrechende Beifall drückte die Stimmung, der grotzen Menge aus. Rednerin rührte u. a. aus-: Was ist die Forderung des Tages.. In unseren jüdische» Jugcndvcrcincn'haben wir ein Programm, einmal BildungSz wecken gewidmet und zuin andern sozialer Natur. Wer Jude ist, soll wissen, :varll»l er cs ist. Unsere Vereine sind keine Schulen, doch wir verlangen, datz unsere Mitglieder das'Buch kennen, das wir der Menschheit schenkten, die Bibel. Sie sollen sich orientieren und im Falle des Angriffes Rede und Antwort stehen. Unsere Bibliotheken sind Fundgruben des Wissens. Wird all dieses in rechter We^se benutzt, dann erhalten unsere Mitglieder ein lebendiges Bild des Welt-Judentums. Sie sehen darin die Entwicklung im Ausland und.verfolgen Palästina und die dort liegenden Bestrebungen des Judentums. Unsere Vereine dürfen kein Tummelplatz der verschiedensten Meinungen sein, kein Platz für Phraseurc und Hohlheiten. Lernen und arbeiten heitzt unsere Parole. An unseren Vereinen haben die Vertreter der älteren Generationen Paten gestanden und mitgebolsen, datz wir voran gingen. Stetig ging unser Verband voran und wir haben uns in praktischer Arbeit verbunden zu gemeinsamen Zielen. Ein Jugendvcrein kann gedeihen, wenn er getragen ivird vom Vertrauen der ganzen Gemeinde. Keine Eltern sollten uns ihre Kinder entziehen, sie würden sich ins eigene Fleisch schneiden. In unseren Vereinen werden die Mitglieder berangebildct, die einstmals Führer des- JudcnvolkcS sein werden. Je eher die Mitglieder zu uns komcn. umso besser. Später als die Arbeit an der inännlichen Jugend in die an der weiblichen Jugend angesangen worden. Doch noch nicht zu spül. Viel ist gearbeitet und viel ist erreicht worden. Rcdnerin besprach die Arbeit in den einzelnen Vereinen und die verschiedenen Bctätigungs gcbicre und schlotz niit einem Appell zur fleitzigeu Arbeit ihre Rede, der minutenlanger Beifall dankte. Nach einer Kaffcepausc folgte eine kurze Debatte, woraus die ■ Tagung ihr Ende fand. Am Abend folgte in der „Eintracht" in Schalke ein Festabend, den dpr hiesige Verein zu Ebren der Tagung veranstaltet batte. Der Besucht war ein autzerordcntlich starker. Dassehr reichhaltige Vrograinm brachte Musik und Gcsangsvorträge des- Svnagogen- E ü o r e s. Die Begrützuiigsansprache hielt .Herr Leo G o m p c r tz, die Festrede Herr Hauptlebrcr K a u r m a n n. Herr Erich N e u wähl sprach de» Prolog: „Die jungen Sieger". Im Mittelpunkt des Abends standen sieben lebende Bilder, die das Lebe:: des Judentums darstellteie. Die Lieder wnrden von Frmi und Herr David! Teil voll beuhlost den Abend. Gelsenkirch ii sehr gut gelungen. Ein