Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 12 (1.12.1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 385 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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reinen zrajütengeschäft (.für das die Hauptaufwendungcn gemacht werden) nur mäßig bezahlt machen, die aber doch nicht nur für Zwischendeck diese breite Grundlage des Personenverkehrs, sondern auch für das Frachtgeschäft werben. Wenn man berücksichtigt, daß die drei neuen Jmperatorschiffe der Hapag allein über 100 Millionen Mark, also mehr als die Hälfte des M ienkapitals der Gesellschaft, kosten, so wird man vielleicht finden, daf das Prinzip der Kajütengeschäftsreklame in letzter Zeit etwas ins Ungesund^, Unverhältnisinäßige übertrieben wird. Man wird es bedauern, daß die enormen Kosten der Luxusschiffe die Reedereien zwin;en, zum Ausgleich das Frachtgeschäft, die melkende Kuh des Schiffah -tsbetriebes, mit zu hohen Räten zu belasten. Im Grunde ist dieses Prinzip aber für die Schiffahrt richtig, es schafft ihr und ihrem 'Lande 3 seehandel, es macht ihre Flagge verkehr neue Straßen. Albert folg bestrebt, der Hamburg-Ami ihre eigentliche und ursprüngli geschäft — zu beeinträchtigen, dem Ausbau des bis dahin e nsehen, Macht Und Geschäft im Ueber- ■ populär und bahnt auch dein Güter-/ öallin war darum mit Recht und Erl rikanischen Paketfahrtgcsellschaft,, ohne >che Grundlage — das Paketfahrteinen zweiten tragfähigen Pfeiler in was vernachlässigten und Hintes der Bremischen Konkurrenz zurückgebliebenen Personengeschäfts zu gxben. Da gab es nichts mehr von halb zaghaften, halb saturierten Beschlüssen, einen Größen- und Schnelligkeitsstandard gewissermaßen für alle Ewigkeit festzulegen, wie sie die früüere Direktion noch bei dem 16 Knoten schnellen Dampfer Hammonia Ifl gefaßt hatte. Schon im Iahrö 1887 ging die neue, zwar noch nicht nfrch außen hin, aber doch schon iniierlich von dem vorwärtsdrängenden Temperament Albert Ballins beherrschte Direktion dazu über, zwei neuü Schnelldampfer für den Personenverkehr in Bau zu geben, damit dun neuartigen, inzwischen für alle Personendampfer übernommenen Lyp des Doppelschraubendampfers in Deutschland kreiernd. Den einen dieser Schnelldampfer, die „Coluchbia",. ließ die Gesellschaft wie üblich in England bauen, den zweites, die ■ „Augusta Viktoria", als erstes großes Ozeanschiff in D e u t s ch l|a n 6 , beim Stettiner Vulkan. Prirz Wilhelm, der heutige Kaiser,, der sich schon damals für schiffsbouliche und schiffahrtspolitische fragen leidenschaftlich und ernst interessierte, hatte der Gesellschaft dur^>, den. Reichskanzler Fürsten Bismarck diesen Versuch nahelegen lassest, und sein glänzendes Gelingen, dem fortdauernd ähnliche und größere Versuche folgten, hat zweierlei zur Folge gehabt: Er hat der damals noch schwollen deutschen Werf Industrie den mächtigen Jmpufs, die großzügige Entwickelungsfähigkeit gegeben, die sie im Laufe dir Zeit ebenbürtig neben die klassische englische Schiffsbauindustrie gestellt und über die Schiffsbauindr strien aller anderen Länder - Zittaus» gehoben hat. Er hat ferner den Grund zu der Freundschaft gelegt, die heute noch zwischen Wilhelm II. und der Hapag wie ihrem Äeneraldirektor besteht.