Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 9 (1.9.1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 289 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352368--0707-4926829- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
289 Tas Judentum, aus dem die Iugendvereine ihre istührüng iirbmen, ist ja die Religion öcr Lebensbejahung. die Religion de» £{>H misnuis. Im Anfang der SJibel wird das Paradies der »Seligkeit-, ge-' schildert, am Ende winkt das mefsianifche Zeitalter der Seligkeit. Unser Märthrervolk wäre i> seiner Leidenszeit zu einer verzweifelten Masse herabgcsunken, wenn! nicht der unbesiegbare Wille zum Leben und das unvertilgbare streben nach Glück die Sterne gewesen wären, in deren Licht unsere Ahnen wandelten. Gewisz. kann man nicht befehlen: Irene dich: und trotzdem beißt es in.der Bibel so oft:'. Freue, dich. Tie Bibel wußte zwar, daß man ebensowenig schmerz oder FrcuÜe wie Hunger oder Sättigung gebieten -kamr^-sie-rlmt uns aber Lehren geoffenbapt, die uns den Weg zeigen, auf dem. wir zur wahren Freude ge-, langen können, sie hat die schranken zertrümmert, die uns diesen Weg versperren. Israel lehrt: „Alles, was geschieht: ist zuin Guten." „Jedes Verhängnis hat seine Gnade." liniere Bälev waren glücklich, indem . sie andere glücklich machten: sabbat und Festtage waren ihnen eine Erhebung der seele: für si: war das Religiojnsgesetz keine Lastsondern eine Lust. Unsere Ahnen waren in ihren' dürftigen aäütten. glücklich mit Golk: moderne glaubenslcere Juden stud in ihren glänzenden Palästen oft innerlich zerrissen, bettelarm in stirer seele. Es ist daher jüdisch, wenn die Iugendv weine auch dem Frohsinn das Recht einräumen. Pflegen sie edle (8eselligke.it, singen^ sie berzerfreueude Lieder, feiern sie frohe Feste: 'die Freude ist eine Verjüngung der Menschenseele. lind, meine lieben jungen Freunde und Freundinnen, strsichen :ie niemals dielen Teil Ihr x Bestrebungen aus dem Programm Ihrer Wirksamkeit! Tenken sie st äs daran, das reine Gew.iisen erlsbbt-über alles Leid. Wer sich in solch an sinne freui. der wird nicht diejenigen Freuden erstreben, deren Birkung Bitterkeit anslösen must. Erfreuen sie einander, dann wird jeder fröhlich feup.^Ia, die jüdische Lehre ist ein segen für die fi-ische Jugend. ji Meine geehrten Tarnen und Herren! Was wollen die Iugendver eine?-"Tie Iugendvercine n osten auch Reales im besten sinne des Wortes fördern. Wir i iiö nicht Träumer und Schwärmer, die nur zu den stern m> emvorschauen. Wir und Menschen mit Leib und seele und wollest.und sollen auch der Erde geben, was der Erde gehört. Tie Iugendvereine wollen auch eine gesunde,, kräftige Generation erstarken lassen, ssie ivenden mb, wie Ihr Programm Zeigt, nicht nur an die seel', sticht nur an das Gemüt, nicht nur an das sittliche Bewußtsein,, si^ widmen Ihre Fürsorge auch dem Träger des Geistes, dem Ziörper de-: auch ein Gebilde Gottes, nicht in so wunderbar schlichter Wie ein, und Mensch hieß die es darüber gewacht, daß der.stö snndheit ist eine religiöse Psl müssen. Wir gläubigen Israel sebung Israel aus wunderbar^ Weise erivählte Volk der Menschhi it Mensctienliebe überall verküi de natürlicher Mittel, um ih e>> religiösen Satzungen haben louidteit. Ter Lörper des Meusciien ist' nur die seele. Gott bauchte,, ivie es. :sü gesagt wird, die seele dem staube ' Geschöpf. Tas Judentum hat stets :per!gestlnd bleibe: die Erhaltung der Gccht, vor der andre Satzungen weiclzenttzn sind davon überzeugt, daß die Vor» erhalten hat, damit das aus- Lehrer werde und Gotteseinbcil' und. die Vorsehung bedient sich aber: auch heiligen Willen auszuführen-. Die uf die seele und den Körper heilsame