Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 226 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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'J'üimiefor. üäLt tfh-'Jl. I>r. .vutlänbcr (Berlin) unter stürmischem Beifall fein Rfserat über „Tie Berufswahl Der jüdischen Jugend", das wir M einer späteren Nummer der „Mitteilungen" folgen lassen. Die von I >r. Holländer vorgeichlageuen Tbeien lauten: 's > 1. Bon einer insbesondere durch falsche Berufswahl veranlagten wirtschaftlichen 'Notlage unter den deutschen Juden kann zurzeit nicht gesprochen werddn. : ii. Trotzdem ist eine Bcrnssumschiänung notwendig. B u re auf t a! tisier u n g einzelner B e r u f e , $ u * i a in in e ii d r ä n g gi n g der Juden in den Großstäöten, iv i r t s ch a s r l i ch er Anti s e in i r i s m u s lassen die wirtschaftliä>e (Zukunft der Hilden bedroht erscheinen und weisen auf die Notwendigkeit besonderen Eindringens in das Problem der Berufsivabl bin. HIv - Tie (sttsammendräugung der (luden in den Großstädten bedeutet eint Gefährdung der Erwerbsmöglichkeit in allen, besonders aber ii^deii akademischen Bernsen. Turch geeigneten Hinweis auf die wirtschaftlichen Gefahren der Abivanderuwt in die Großstadt — nicht in die Mittelstädte — können die (lugendrsereine in den kleineren Gemeinden viel Legen stEen. . - IV. Unrei Bureautratisierung des Erwerbslebens ist die namentlich ich im Handel bervortretende Umgestaltung der wirtschaftlichen Berbältnilse zu versieben, welche den geistigen Arbeitspro,;eß!in wenige .Näpfe vereinigt und die Mehrzahl der zu leistenden! Arbeiten mechanisiert. Tadurch werden viele inechan i i ch arbeitende, dagegen verhältnismäßig wenig g e i st i g arbeitende M räftc benötigt. Tieier Prozeß der Bureautratisierung ist dem au Größe vielfach überschätzten Teile der (luden, welcher nur zu böbereu Leistungen veranlagt, für die Dauer an mechanischer Arbeit keine 'Befriedigung findet, ungünstig und legt solchen jungen Leuten besondere Vorsicht bei der Berufswahl nahe, (lnsbesondere macht er vor der Berufsihabl die Prüfung uotniendig, ob der Einzelne sich in einem Angestelstenverbältnis mit der zwar damit verbundenen Hiclierbeit: und kann/ aber Pegrenztbeit des Einkommens, wohlfüblen wird strengere Prüfung der Fähigkeit des juugeu Menschen und d'er Ausüchlen des von ihm ergriffenen. Berufes muß erfolgen. Tie seht auch bei den (luden berr-cheude vielfach schematische Regel, den Holm dem Hiudinm ziizunihreu, wenn cs finanziell irgendwie geht, ibn-'onst aber einen kausmännischen Beruf ergreifen zu lassen, ist gänzlich verfehlt. Bei der Prüfung der (Zähigkeiten soll nicht nur das tlrieih der Eltern maßgebend 'ein, sondern es sollte auch ernstliche Rücksprache mit Lehrern und Teelsorgern erfolgen.