Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 188 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352366--0600-4926724- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 188 — als was er von Sen Begründern gedacht werden ist. Nun wird man einwenden: lieber l>i. ApfUl, das ist alles schön und gilt, lassen wir es doch zu diesen stonsequenzen kommen, lassen wir doch eine reinliche Scheidung eintreten. Ta erbebt sich die Gegenfrage: Wo zwischen wollen wir eine reinliche Scheidung eintreten lassen, etwa zwischen Zionisten und Nichtzionisten'? lind dg mus; ich sagen, das; ich l-ider heute zum ersten'Male den Unterschied machen ntus;te zwischen Zionisten und Nichtzionisten in unserem Verband, weil Anhänger gerade der zionistischen Partei die Sache, die nickt hierhergehört, vor uns gebracht haben. Im übrigen wollen wir ben unserer alten, guten Methode, die sich bewährt hat, bleiben und überhaupt nicht zwischen Parteien scheiden, es sei denn, daß die Parteien selbst uns zwingen, zu scheiden. Wir haben nur zti unterscheiden zwischen Anhängern und Nichtanhängern unserer Bewegung, Ick kann cs mir bei dieser Gelegenheit nickt versagen, unseren zionistischen Tclegierten einmal ans Herz zu legen, draußen dafür Sorge zu tragen, daß allmählich die Behauptung aushört, als ob allein der Zionismus das jiidiscke Problem.sei. Ter Zionismus ist ein jüdisches Problem, aber weil jemandein Zionist ist, ist er noch niclit besser, ols ein anderer Iuöe^ der ein bewußter Jude in. Und ich habe oft bir Erfahrung gemacht, daß es auch einen gewissen Bequemlichkeitszionismus gibt und Saß jemand, weil er Zionist ist und seine Schekel zal lt, glaubt, das ganze jüdische Problem gelöst zu haben. Ich verbitte cs mir jedenfalls, daß sich-irgend ein Zionist als einen besseren finden binnellt, als ick es bin. oder einer meiner freunde. c Tiefe ganze Urage interessiert ja die Jugend lewegnng an und für sich nickk. und darüber sind sich auch sebr viele ZioNisten klar. Wir sollen hineingezerrt werden, in die große Scklacht. die ifyreii Grund darin bar, d a ß in der lebten Zeit Dur ch u r eige n st e Scknl 0 g e - wiss e r .streite der Z i o >r i s m u s aus der T i s e n s i v e i n die T e s e n i i v e g e d r ci n g t iv o r d e n i st. Meine verehrten zionistischen freunde! Ick habe nickt das Bockt. Ihnen Batschläge zu geben. Aber vielleicht hören Sie folgenden Bat a i: Hüten Sie sich, die - Jugendbewegung so'zu-reizen, das; sie. ob die Leitung will'oder nicht, eine antizionistische Jugendbewegung wird, würde eine solche nicht niitmachen und ick glaube, auch die übrige Leitung nickt. Aber wir sind auch Menschen, wir werden älter, und die Entwicklung kann über die derzeitige Leitung hiuweggeben. Taß dann die Zentralvereins- Resolution deir gewichtigsten 'Nachdruck haben wi^d, werden Sie iricht bestreiten. Wenn der Zentralverein u n d die Iicgendbewegung Fluren den Stuhl vor die Tiire seht, weil Sie d i e Zionisten in Schub nehmen, die leugnen, daß ein deutsches Nationalgefühl' für einen deutschen Juden möglich ist, — ich glaube, das; diese Entwickluna Ihrem Ideal nicht günstig sein wird. Es hatte mir einmal get^äNmt, daß es 'in Teutschland so koinmen Würde, das; jeder 'Nicht',ionistsein Nationalfondsscherslein beitragen würde, indem ick mir sagte: svür die deutschen Juden ist die ^rage nickt io aktuell: es bandelt sich um einen Versuch der Lösung der östlichen Iugendfrage, dem jeder Sympathie entgegenbringen kann. Ich habe mir eine Zrende daraus gemacht, bei freudigen Anlässen zionistischen freunden ein Oelbäumlein oder der-