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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-06-01 · 6/8 (1.6.1913) · p. Seite 165

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
6/8 (1.6.1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 165 (sequence 6)
Language
German
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— 165 — J Unterstützung bedurft haben. Neu hinzugetreten ist zu der Großloge für Deutschland, dem Zentralverein deutscher Staatsbürger Mischen Glaubens und dein Deutsch-Israelitischen Gemeindebund, die bisher dem Verbandsvorstand angehörten, der Jüdische Frauenbund (.Beifall). Wir begrüßen seine Vertreterin zum ersten Male heute ins unserer Mitte (Beifall). Ter wachsende Anteil der weiblichen Jugend an unserer Bewegung machte es wünschenswert, mit der Zentralorganisation der jüdischen Frauen in eine engere Gemeinschaft zu treten. — Mit den jüdischen Jugendorganisationen in Oesterreich, der Schweiz, 'Italien und vor allem der jungbcgründeten Association des jeunes juifs in Paris, die uns ja auch die Ehre erwiesen hat, heute zu unserem Verbandstage zwei Delegierte zu entsenden, .stehen wir in ständigem freundschaftlichem Verkehr. — Der deutschen Zentrale für Jugendfürsorge sind wir korporativ als Mitglied beigetreten, an ihrem bekannten Erörterungsabend „Der Kampf der Parteien ,um die Jugend" war unser Vertreter, Herr Rabbiner vr. Finkel, aufgefordert worden, von unserem Standpunkt aus Stellung zu der-Frage zu Net,men. Bei den Konferenzen der Zentrale für Volkswohlfährt, so z. B.-bci der letzten über Berufsberatung, war unser Verband offiziell vertreten. , Unsere^inzelnen Vereine haben es im allgemeinen verstanden, sich eine geachtetd Stellung in ihrer Gemeinde'zu verschaffen, ja sie sind , vielfach zum Mittelpunkt des gesamten geistigen Lebens der Gemeinde geworden, wobei jedoch nicht verkannt werden soll, daß das Zu- 'ammenwirken zwischen den einzelnen Organisationen in den Gemeinden sich auf Anregung der Jugendbewegung zu einem noch wirksameren gestalten könnte. Erfreulicherweise mehrt sich die. Zahl'der Gemeinden, der Organisationen und Einzelpersonen, die, von der. Ueberzeugung durchdrungen, datz die jüdische Gemeinschaft in irgend einer Form für ihren jungen Nachwuchs einzutreten hat, die Mittel tür eine rationelle jüdische .Jugendpflege zur Verfügung stellen. Dies Vertrauen der Oeffentlichkeit und die Opferfreudigkeit'unserer eigenen Mitglieder berechtigen uns nach unseren bisherigen Errahrungen zu der Annahme, datz wir uns, trotz der nicht gerade glänzenden finanziellen Lage des Verbandes, wie | sie sich aus ■ dem bereits veröffentlichten Kassenbericht ergibt, auch weiterhin durchletzen werden. > Aber weder die ziffernmäßigen Erfolge, die wir unzweifelhaft erzielt haben, noch die Anerkennung, die wir in so reichem Maße bei Außenstehenden gefunden haben, dürfen uns genügen. Was Sie von uns heute erwarten können, ist. daß wir den Beweis erbringen, daß durch unsere Tätigkeit sich unsere Ideen vertieft und gefestigt haben. Dafür ist es notwendig, das ganze Leben des Verbandes, seine Tätigkeiten in allen einzelnen Verzweigungen einmal von einer höheren Warte zu betrachten. Lassen Sie mich zunächst die Frage aufwerfen: Welche Forde r u n g e n st e l l e n w i t als Juden an die Jugendb e w e g u n g, und wie haben wir dieses Forderungen vertreten? Tie Jugendvereine wollen, das ist > von Anfang an als Hauptaufgabe hingestellt worden, jüdische Geistes- und Herzensbildung per-

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