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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-05-01 · 5 (1.5.1913) · p. Seite 139

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
5 (1.5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 139 (sequence 12)
Language
German
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— 139 — Energie atif öas unerläßliche Minimum zu reduzieren, außerlirdent-' lich fördernd zu statten gekominen. Nirgends ist die kräfteersparende und leistungveilstärkende Wirkung des wirtsckiastlickien Zusa innen- Schlusses in Kartellen, gemischten Werken usw., der-volle Effcki der zweckmäßigen Arbeitsverteilung, so restlos herausgearbeitct worden wie in Deutschland. Nirgends hat man es verstanden, auch die Abfall. und Nebenprodukte der -^anp'tfabrikatiopen so sinnreich und fruchtbringend in den allgcineinen Wirtschaftsprozeß einzustellen. Es entsteht nun für .uns die Frage-, 3» welckier Weite und in welchein Umfange haben die Juden sich an diesem-großen industriellen Aufschwung beteiligt, Welche Nolle und welches Verdienst ist ikMen daran zuzumessen? — Tie Antwort lautet nicht sehr Positiv, un nicht sehr positiv lauten. Am Anfang hat der jiidische Untern, dessen Tradition und dessen Fähigkeit auf ganz anderem Geb Warenhandel und im Geldgeschäft lag, der industriellen Entw ) kann ehmer. et, .im cklung so gut wie. völlig fremd gegenübergestanden. Eb dem Juden die Fähigkeit oder das Talent zur industriellen Produktion von Natur ans abgeht, oder ob sic ihm nur infolge seiner ganz anders 'gearteten Entwicklung fremd war, diese schwierige Frage soll hier nicht ^gelöst werden. Wenn man aber untersucht/, was die ersten und später groß gewordenen Industriellen in Deutschland von Hause und von Beruf ans gewesen sind, so wird man verstehen, warum sich keine Juden - _ darunter befinden. Krupp, Borsig, Siemens, Halske usw. sind Tecki- ' niker und Mechaniker gewesen, sic fingen mit kleinen Werkstätten an; und vergrößerten sic infolge ihrer kaufmännisch-organisatc rischen und ihrer technisch-konstruktiven Begabung ganz allmählich . und - in ' langsamer, zäher Arbeit zu ihrer späteren Größe. Von bedeutenden jüdischen Unternehmern ist mir eigentlich nur ein einziger bekannt, der so angefangen hat, Ludwig Löwe, der Freund unk treue Kampfgenosse Ferdinand Lassalcs, der, bevor er seine eigene Fabrik: auf denkbar kleinster Basis einrichtete, gewöhnlicher Mechaniker in der Krafftschen Maschinenfabrik in Berlin gewesen war.' Abeiz auch er hat seine Fabriken erst durch die Einführung überlegener auierika- ' midier Fabrikationsmethoden zu ihrer Größe gebrackst. Abgesehen. von der technisckien Vorbedingung fehlte es den Juden auch.ar; einer anderen Grundlage, aus der in Deutschland namentlich auf dcjm Gebiete des Bergbaus industrielles Unternehmertum hervorgegangen ist: An dem breiten, erbansässigen Grundbesitz in den großen Kohlengegenden LberschlesienS und Rheinland-Westfalens, demdie Jnhüstriemagnaten- und die alten Gewerkenfamilien entstammen. Fast , alle Juden, die heute als Industrielle eine bedeutsame Rolle spielest, sind aus dem Handel oder dem Finanzgeschäft in einer Zeit izu industrieller Betätigung übergegangen, in der die industriellen Methoden bekannt, die Wege zur Industrie gebahnt iwaren. Das gilt z. B. für Männer wie Friedländer-Fuld, Caesar! Wollheim. Aron Hirsch, Beer-Sondlieimer ustd andere. Bei. einigen scheinbaren großen Ausnahmen, auf die wir moch später zu sprechen kommen werden, Emil Rathenau und Albert Ballin, trifft zwar äußerlich die Norm, die wir aufgestellt haben, nicht zu, dennoch ist ihre überragende winschiftliche Größe mehr auf ihre ursprüngliche zeniate

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