Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 1 (1.1.1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- Konin 1× ep/1000723
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17 Hammer schon. Eine Rcvoluaus dem Kampfe bcrvor, den mit dem Hammer! und erlen unterschrieben wurde, bcarme Schammes muhte das Er tat es schweren Herzens Schwere Schicksale erlebte der unscheinbare lion beschwor er herauf, docb er ging siegreich Ncuerungssucht angefacht, Ta' was so ein Neuerer, sonst ein seelensguter Mann, der stets für seine Glaubcnsbrüder in! ie Schranken trat, der sagte: Wozu diese mittelalterliche Einrichtung! Nieder lieh eine Petition'an'den Vorstand, die von vi sonders von den jungen Gemeindeinngliedern. > Und die Petition ging durch — und der Sinnbild seiner. Würde, den Hammer, niclferlcgti und innerlich die verwünschten Neuerer verwiinschcnd. Doch siebe da,' welch unzufriedene Miene» zeigt auf einmal die St ahe! „Frau, »vo bleibt das Frühstück? Micckt die Magd noch iigmcr im Botte, ich will zur Snuagogc!" So tönt es aus verschlossenen Türen. Und-die r erschlafene Magd kommt und sagt: „Fch kann nicht wack werden, wenn der Hammer nicht kommt." Und die Snnagogc'zeigt, was noch nie dagcwesen, nicht jMinjän! O Kummer, und,des Freitag nachnrittags beginnt der Gottesdienst und die Challe ist noch beim Bäcker und der Kartoffelsalat, der mit scigcm Dufte die ganze Strahe erfüllt, ist noch nicht gar. Fa, wo bleibt der Hamnteö, der uns sonst stets mabntc, wenn der Sabbat nabte, seufzen,dic Frauei^ und Fungfrsuen. Und, kurz und gut, eines schönen Sabbatnachrstittags wird beschlösse», abermals eine Petition' cinzüreichen. um den Hammer wieder in Nint und Würden einzusetzen. Ter liberale Vorstand gewährt die Bitte. Der wüteuhc Neicrer, der sogar akademische Bildung besitzt, muh sich für besieg, erklären. Und der Schammes nimmt schmunzelud sein geliebtes Fnstrnment bcrvpr und klopft so vergnügt, als ob er sagen wollte: Obne mich könin ibr doch nicht fertig werden! Seit diesem denkwürdiget^^Tage ist schon manchcsj Jahr verstrichen rmd der alte Schani nies ir.it seinem Hammer bebauptcl »och immer, das Reich. - Wie .eine Insel der alten, Gewohnhe r im Meere der Neuerung liegt die Gemeinde unseres Städtchens, friedliches Zusammenleben mit ibren Mitbürgern andrer Konfessionen irar die Hauptstütze ihres Gedeihens. Viele edle und kluge Mensche» s nd.aus ihr ber^orgegange», > iele^chlafen auf dem ronran risch gelegenen Friedlose am Ende der jTtadl inen letzten Schlaf, aber der Sch.ammes mit seinem Hammer 'lebt noch iNigrer und der alte fromme der. Bewohner lebt auch noch immer und!wird noch in den Mauern das „Schema Israel - , r rinn wohl nimmer bcrgeben, so lange bres Snuagogc widerballi.