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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-01-01 · 1 (1.1.1913) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
1 (1.1.1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 9 (sequence 10)
Language
German
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9 nd geistiger Vervollkommnung Menschen und von der Beil Friedensideale durch Wahrzu kommen. 2. Tie Lehirc von der Gottesebenbildlichk«it des Menschen und der Unsterblichkeil seiner Seele/ von seiner Hraft zur sittlichen .Freiheit und seiner Bestimmung, zu immer böherer sittlicher un sortzufchreitcn. 8. Tie Lehre von der Gotteskindschaft alle!: stimmurg der Menschheit, dem mcssiauischi r heit, Gerechtigkeit und Liebe immrr näher , III. Tie von der Vorsehung bestimmte Aufgabe Israels ist es, seine Religion inihrer Feinheit zu bcivahren und zu verkünden, durch die lebendige Kraft des Beispiels ustd der opferwilligen Hingabe zu bezeugen und so für die Herbeisührung des Gottesreichcs auf Erden zu wirken. - IV. Die geschichtliche Grundlage icr jüdischen Religion ist die Heilig« Schrift sowie die von ihr ausgehende Weiterbildung des Judentums im nachbiblischen Schrifttum, Talmud, ravbinisch -r und religionspbilosopbischcr Literatur bis auf die Gegenwart. Tie historisch kritische Würdigung dieser Religions- Urkunden ist. der Wissenschaft dc^ Jude itums als eine ihrer Aufgaben zuzuweisen. ‘ V. Als geschichtliche Religio« hat >as. Judentum seinen ewigen Wahrheiten und sittlichen Gr^ndgcboten Au« druck gegeben auch in geschichtlich bedingten Glaubensvorstellungen i?iib Erst heinu^igSformen. Jedes Geschlecht bat den Glauben der Väter in den ihm eigentümlichen religiösen Vorstellungen und Ausdrucksformen sich zu eigen gemacht. Das liberales udcntum steht deshalb auf dem Standpunkt>dcr Anerkennung einer fortschreitenden Entwicklung, kraft deren jede Ziil im Judentum das Recht und die Pflicht hat. bei Wahrung seines wesentlichen Gestalt^ geschichtlich bedingte Glaubensvorstellungen und Erscheinungsformen auf-ugsbcn, fortzubildcn oder neue zu schaffen. YI. Besonders ernst' tritt die Pflicht an die Gegenwart heran. Durch den Eintritt der Juden in die geistige Kultur und die soziale Lebensgemeinschaft einer. Zeit, die durch neugewonnene Erkenntnis C| ihren geistigen Gesichtskreis erweitert und eine jllmwälzung auf fallen fGebieic t des Lebens erfahren bat, sind viele überlieferte Vorstellungen, Einrichtungen r nd Bräuche aus dem Bewuhisein und aus dem Leben geschwundem und habe « somit ihren Inhalt und ihre Bedeutung verloren. Diese in der Gegenwart sic i vollziehende Entwicklung stellt uns vor die graste und verantwortungsvolle Aufgabe, zu. den geschichtlich bedingten Glaubcnövorskellungen urtd Erscheint ngSformen Stellung zu nehmen. VII. Glaube nsvors^llu nge ir vciche die Reinheit der jüdischen Gottcslehre trüben, sind aus -dem Lebrinbalt der jüdischen Religion auszuscheiden. VIII. Angesichts der grosten Bedeutung der Erscheinungsformen für das religiöse L.ben und die Erhaltung der irdischen Religion sind in pietätvoller Anlehnung an die Vergangenheit alle diejenigen Einrichtungen NNd Bräuche zu bewahren und neu zu. beleben, di« noch beute den Einzelnen in lebendige Beziehung zu Gott sehen, ibn immer wieder an seine sittliche Lebensaufgabe erinnern und in sein ÜllliagSleben Momente der Rübe und. Selbstbesinnung bringen, die das Fa m > l i e n l e b seine eigentümliche Weih« und Stimmung ge eil heiligen, dem jüdischen Haus icn und der. Pietät gegen Lebende und Verstorbene Ausdruck verleiben, die das Paitd der Glaubensgemeinschaft festigen, die Glaubenstreue stärken,ur wuhlsein wachrufen. Vorschriften, die diese!« haben keine verpflichtende Kraft. d ein edles jüdisches Selbsrbe- Bedingrrngen nicht entsprechen.

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