Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Hermann Eisner: Ein Streit wird geschlichtet
- Date
- 1938-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Ihre Sache, Herr Direktor, wie Sie Ihren anderen verfraglichen Verpflichtungen nachkommen." „Ja, mein liebes Fräulein X., da müssen wir eben den Schlichtungsausschuß anrufen und ihm die Angelegenheit zur Entscheidung unterbreiten." „Schlichtungsausschuß? —--" „Jawohl, den Schlichtungsausschuß." „Was bedeutet denn überhaupt Schlichtungsausschuß?" „Es ist sehr traurig, daß Sie als „prominente" Schauspielerin und Mitglied des Reichsverbandes diese Einrichtung nicht kennen. Der Schlichtungsausschuß, vor einiger Zeit mit behördlicher Genehmigung ins Leben gerufen, dient, wie schon sein Name sagt, der Schlichtung von Streitigkeiten, jedoch nicht nur zwischen Künstlern und ihren Arbeitgebern, sondern darüber hinaus zwischen allen Mitgliedern des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland, also allen jüdischen Kunstschaffenden im Reichsgebiet. Seine Zuständigkeit umfaßt sogar auch die Mitglieder des jüdischen Schrifttums, obwohl sie dem Reichsverband nicht angehören. Er besteht aus einem ständigen Vorsitzenden, bei dem die Anträge einzureichen sind, und drei Beisitzern, die nach der Lage des Streites aus dem betreffenden Berufszweige ernannt werden." IL „Ich eröffne die heutige Sitzung des Schlichtungsausschusses des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland." Mit diesen Worten rief der Vorsitzende gleichzeitig in Sachen des Kulturbundes y. gegen die Schauspielerin X. die Parteien auf, die im Beistande ihrer Anwälte erschienen waren.