Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Rudolf Schwarz: Vorsingen und Vorspielen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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schneidet, als nötig gewesen wäre; man billigt ihm hundertprozentige Angst und Aufregung zu, wenn es sich1 erweist, daß stimmliche und künstlerische Qualität in irgendeiner verantwortbaren Form vorhanden ist. Denn: entsprechend dem Mangel an gereiften künstlerischen Persönlichkeiten besteht auch der Mangel an musikantischem Nachwuchs. Das größere Interesse, das der Leistung des einzelnen entgegengebracht wird, der Wunsch, durch keinerlei „Fahrlässigkeit" im Urteil ein Talent, eine Begabung oder ein irgendwie verwendbares Material zu übersehen, erzeugen eine Art von Milde und Wohlwollen seitens der Urteilenden, durch die ein Vorsingen oder Vorspielen in den Äugen der zu Beurteilenden seine „Schrecken" langsam verliert. Man verbindet das Vorsingen und Beurteilen immer intensiver mit der Beratung des Betreffenden in künstlerischer und beruflicher Hinsicht, man beweist ihm in den meisten Fällen das Interesse, seine weitere Entwicklung zu verfolgen und zu fördern und vermittelt ihm den Eindruck, daß ein Vorsingen oder Vorspielen soviel Wert und Anregung für ihn bedeutet, um ökonomischer und zielbewußter Arbeitsweise und einem möglichst geradlinigen Erreichen einer beruflichen Eignung sicher zu sein. * K. M. Eisaet' (München)