Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Herbert Friedenthal: Jüdische Bearbeitungen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Franz Werfeis Neuformung der „Troerinnen" des Euripides läßt von der heidnischen Welt des Griechen lediglich die Namen der Personen und den Gang der Handlung bestehen — Werfcl erfüllt Menschen und Geschehen mit seinem Ethos, seinen Ideen, seiner Problematik, die gewiß nicht der Antike und erst recht nicht der Auffassung von Euripides entsprechen. Daß daraus trotzdem ein wesentliches Bühnen- Epos unserer Zeit entstanden ist, nicht Nachdichtung allein, sondern Dichtung schlechthin, zeugt für den künstlerischen Eigenwert von Bearbeitungen. Eine andere Bearbeitung eines jüdischen Schriftstellers, die über viele Bühnen ging, ist Stephan Zweigs „Volpone" nach Ben Jonson. Auch im Bezirk der Jüdischen Kulturbünde haben Bearbeitungen eine Bereicherung des Spielplans gebracht, so die Dramatisierung des Franzos'schen Romans „Der Pojaz" von Georg Hirschfeld, Hermann Sinzheimers „Reisen Binjamin III." nach Mendele Mocher Sforim, Gerhard W. Rosenbaums szenisch gesetzter „Reubeni", nach dem bekannten Roman von Max Brod, und Herbert Friedenthals Neubearbeitung des Gutzkow'schen „Uriel Acosta".