Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Max Wiener: Der jüdische Vortrag
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 1)
- Language
- German
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Menschen zu einer phantastisch-mystischen Bühnendichtung verdichtet, die ihre besondere Bedeutung gewinnt durch die Gestalt des Messias als Kontrastfigur. Das ursprünglich jiddisch geschriebene, von Bialik für die Habima ins Hebräische übersetzte Stück war von Leo Hirsch für den Kulturbund nachgedichtet und erzeugte eine tiefe Wirkung. — So schließt sich der Ring der Aufführungen von den Klassikern der Weltliteratur zu den jüdischen Klassikern: das natürliche Programm des Kulturbundes. Figurinen aus ,,Sommei'iiiichtstr;uim" MAX WIENER: DER JÜDISCHE VORTRAG „Allein der Vortrag macht des Redners Glück." Auch des Hörers? Ja und nein, je nachdem dieser unterhalten, erheitert, amüsiert oder geistig ergriffen, bereichert, belehrt werden will. Womit wir nicht sagen wollen, daß inhaltliche Gediegenheit dtirchaus mit Langeweile sich paaren muß. Doch eins kann dem noch so berechtigten Glücksbedürfnis des Hörers nicht erspart bleiben: er muß selber etwas für sein Glück tun, nicht bloß hören, sondern zuhören, sich das Verstehenwollen auch Anstrengung kosten lassen. In unsrer Kulturbundarbeit stellen wir drei Kreise der Interessiertheit fest: das Theater fesselt alle, Musik viele, der Vortrag, der ja immer eine Reflexion, eine Besinnung über einen Ausschnitt des Lebens darstellt, vergleichsweise wenige. Das ist sicherlich keine jüdische Eigentümlichkeit, sondern, wenn man so will, im Wesen der menschlichen Seele verankert. Für sie ist die Teilnahme an 31