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Jüdische Turnzeitung · 1911-12-01 · 12 (12.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
12 (12.1911)
Date
1911-12-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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No. 12 249 Wintersportplätzen sehr gepflegt. Seine Bedeutung liegt auf dem Gebiete des Wanderns im verschneiten Qelände. Für Sportzwecke hat sich allgemein der Jolemark-Ski aus dem südlichen Norwegen eingebürgert. Er besteht aus einer 2—2V2 m langen Schiene, dem Qleitholz und der Bindung, d. h. der Vorrichtung zum Befestigen am Fuße. Der Preis der Skier beläuft sich auf 20—30 M. Man wähle gute Qualität, da die Schneeschuhe viel zu leiden haben. Die Kleidung sei warm, aber nicht schwer. Qut bewährt haben sich lange Hosen mit kurzer Wickelgamasche, dicke wollene Socken (zwei Paar übereinander), starke Fäustlinge (ohne Finger), die die Führung des eisenbeschlagenen Stockes keineswegs behindern. Als Kopfbedeckung wähle man eine Mütze mit Ohrenklappen, und richte sich im übrigen nach Geschmack und Qewohnheit. Die Bewegung auf Skiern kann man nur unter Anweisung eines Fachmannes lernen. Ich habe viele Monate dazu gebraucht. Mancher lernts nie. Wenn man als Anfänger die Beine nur ein wenig spreizt, fällt man. Daher lege man das Körpergewicht nach vorn, ohne aber die Fersen zu heben. Das Wenden geschieht in der Weise, daß man zuerst den einen FuB nach außen dreht, dann den andern daneben setzt usw., bis die Wendung vollzogen ist. Am Hang achte man auf sichern Stand, und zwar mit Skiern quer zur Fallrichtung. Beim Laufen in der Ebene werden die Skier parallel nebeneinander geführt, nicht aufgehoben; der Körper wird vorgebeugt. Die Schneeschuhe schleifen also über den Boden. Beim Fallen bemühe man sich, seitwärts oder rückwärts zu fallen, beim Aufstehen durch Anziehen der Knie in Hockstellung zu gelangen und sich dann aufzurichten. Nach guter Uebung ist das Skilaufen eines der wunderbarsten Vergnügen. Der Rennwolf ist ein in Schweden heimischer Tretschlitten. Der Fahrer stellt sich mit einem Fuß auf einem der hinteren Kufenenden auf, mit der Hand sich an der Querstange festhaltend, und stößt mit dem freien Fuß auf der Eis- oder Schneefläche ab. Grundbedingung für die Benutzung des Rennwolfs ist also, daß der Fuß einen gewissen Widerstand findet. Während für den Schneeschuhläufer der jungfräuliche tiefe Schnee die beste Bahn bildet, kommt der Rennwolf für Straßen, Schlittenwege, Chausseen, Eisflächen in Betracht. Unter die Sohlen schnallt man, um den Abstoß wirksamer zu machen, Schlittensporen. Während das Skilaufen größere Uebung fordert, ist das Rennwolffahren ohne jede Vorkenntnis auszuüben, und eignet sich deshalb besonders als winterlicher Damensport. Dem Schlittschuh ist der Rennwolf dadurch überlegen, daß die Gefahr des Einbrechens wegen der langen Kufen so gut wie ausgeschlossen ist. Er bildet auch ein vorzügliches Verkehrsmittel, denn man erreicht mit ihm eine Geschwindigkeit von 20 km in der Stunde. Leicht transportabel und zweckmäßig ist der zerlegbare Rennwolf. Der populärste Wintersport ist unzweifelhaft das Rodeln, aber auch •das will gelernt sein, so einfach es aussieht. Auf dem einsitzigen Rodel sitze man zurückgelehnt, strecke die Füße nach vorn und schließe die Knie fest an, mit den Händen fasse man rückwärts die Sitzleisten. Das Bremsen geschieht mit den Füßen, das Lenken mit dem Absatz, mit den Händen bei rückwärts oder seitwärts gebeugtem Körper oder auch durch Seitwänsneigen (Gewichtsverlegen). Oft wird eine Art durch die andere unterstützt. Als Rodelbahnen können breite Wege und Abhänge dienen, sofern sie einen Auslauf haben. Die Schneedecke darf nicht zu locker sein. Sportbahnen,

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