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Jüdische Turnzeitung · 1911-12-01 · 12 (12.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
12 (12.1911)
Date
1911-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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NÖ. 12 247 sind. Wie es zur Zeit Mathitiahus nur eine kleine Familie war, von welcher der große Kampf ausging, so war es auch hier nur eine kleine Qruppe von Freunden, welche die Last eines großartigen Ringens auf sich nahm. Unsere Freunde Abramowitz, Abraham, Ziffer, Bornstein, Barzilai und Varber haben mit wahrhafter Makkabäerbegeisterung für die jüdische Turnidee gearbeitet, wie wir Westeuropäer es ihnen nicht nachtun können. Die junge jüdische Turnvereinigung der Türkei nennen sie „Makkabi" und wollen dadurch schon äußerlich bekunden, daß sie das Erbe der Helden unseres Volkes übernehmen. Die „Makkabisten" sind nicht nur Turner, sondern ihre Tätigkeit erstreckt sich auf alle Gebiete des jüdischen Lebens. Die Arbeit, die in Westeuropa die Studentenverbindungen, die politischen Gemeindevereine, die national-jüdischen Vereinigungen und die Turnvereine leisten, all diese Arbeit haben die Makkabisten auf ihre Schultern genommen. Die Entstehung der Makkabi-Vereine stellt eine neue Phase im Leben der Juden des Orients dar. Die Juden, die solange apathisch dahinlebten, wurden aufgerüttelt und für jüdische Fragen interessiert. Die Makkabisten drangen in die jüdischen Viertel, in denen die Juden in Massen zusammenwohnen, versammelten die Jugend um sich und hielten ihr in Vorträgen die Misere ihres Lebens vor Augen. Sie fingen an, sich in das jüdische Qemeindeleben zu mischen, und kämpften mit aller Macht gegen die Uebel, die langsam und sicher das jüdische Leben zersetzten und vernichteten. Die Makkabisten zeigten sich als Männer, die in allen Angelegenheiten der türkischen Juden ein gewichtiges Wort sprachen. Was Wunder, wenn sie den leitenden und offiziellen Kreisen der Judenheit recht unangenehm wurden. Man zog darob mit Macht gegen den national-jüdischen Qedanken zu Felde, und bekämpfte die Makkabisten, indem man zunächst eine häßliche und abstoßende Preßfehde gegen sie in Szene setzte. Die jüdische Bevölkerung spaltete sich in zwei Lager. In dem einen standen die Einflußreichen, Besitzenden, Aelteren, und um die Makakbisten scharte sich die große Volksmasse, die Jugend. Die mutigen Streiter, die in die engen und schmutzigen Qassen der Judenstädte drangen, um die Jugend moralisch und körperlich zu retten, mußten in der gegnerischen Presse die Schmeichelnamen: Friedensstörer, Räuberbande, Anarchisten usw. hören. Qerade, als dieser Bruderzwist am heftigsten tobte, als unsere eigenen Stammesgenossen sich nicht scheuten, zu den verlogensten Mitteln zu greifen, traten offizielle türkische Persönlichkeiten auf, die öffentlich die Arbeit der Makkabisten von der rühmlichsten Seite feststellten, und die Organisation „Makkabi" der jüdischen Jugend auf das wärmste empfahlen. In diese Zeit fällt die Glanzperiode des „Makkabi". Aus den kleinsten Anfängen heraus hat er sich zu der größten jüdischen Turnvereinigung entwickelt. Die Makkabisten hatten zu Anfang weder Turnhallen und Geräte, noch ausgebildete Turner, aber eine Opferwilligkeit der Mitglieder, die sie alle Schwierigkeiten überwinden ließ. Turnhallen wurden gemietet, Oeräte gekauft, Turner unter neuem hebräischen Kommando ausgebildet. Die Zahl der Mitglieder erreichte in der Hauptstadt des türkischen Reiches 900, und in allen großen Provinzstädten, wie Saloniki, Adrianopel, Aleppo, Smyrna usw. scharte sich die jüdische Jugend um die Fahne der Makkabisten, und das innerhalb zweier Jahre. Selbst so furchtbare Feinde wie Cholera und Riesenbrand konnten nur vorübergehenden Einfluß auf das Leben der Makkabisten gewinnen. Verloren sie auch infolge des Unglücks,

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