Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1911-11-01 · 11 (11.1911) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
11 (11.1911)
Date
1911-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4921092-5965121-5965331--3127-4925920
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

3üdffdie Curnzeitung. Hlonatsfäirlft für die körperliche ßebung der Süden Herausgegeben von der SOdtkhen CurnerMiaB._' Xnjgju^ n^il Benin e.,aS^~ ~ nopember 1911 Nachdruck der nachfolgenden Originalaulsätze ■st nur mit genautr Quellenangabe gestattet. Der Todestag unseres Georg Arndt kehrt am 23. November zum zweiten Male wieder. Wehmütiger Schmerz erfüllt uns, wenn wir dieses Tages gedenken und der glückhaften Zeit, die wir gemeinsam mit ihm in froher Arbeit verlebten. Die Vielseitigkeit seines Strebens, die Reinheit und der Adel seiner Qesinnung, die Kindlichkeit seines Gemüts, seine tiefwurzelnde Liebe für unser Stammes- Uitn, eine nie versiegende Teilnahme für fremdes Menschengeschick und erst ■ echt natürlich für die ihm Nahestehenden, der Mangel jeder Pose und Aeußerlichkeit, die Selbstverständlichkeit, mit der sich alle seine Tugenden gaben, — auf wen, der ihm näher trat, hat die Persönlichkeit dieses seltenen Mannes nicht erzieherisch gewirkt? Wirkt sie nicht auch heute noch in unverminderter Kraft im selben Sinne weiter? Der 23. November soll für uns auch eine stete Mahnung bilden, unsere Arbeiten zu prüfen und festzustellen, ob wir dem Ziele uns nähern, das unserm feuern Arndt vorgeschwebt hat. z> Sombart, Ruppin und Andere über die Juden. Von Stefan Doernberg -Chariottenburg. Die Abneigung gegen die Juden besteht seit dem Beginn ihrer Zerstreuung — sie war schon im fernen Altertum —, sie wird bestehen, solange Juden, als Fremde kenntlich, unter anderen Völkern leben werden. In den letzten Jahrhunderten wurde diese Mißgunst gegen die Andersartigen die Orundlage einer mächtigen Bewegung. Der Antisemitismus gewann die Jugend, die Akademiker, die Regierenden, kurz alle Richtunggebenden für seine Ideen. Seine Qedankenwelt hat Europa erobert; doch seine Fahne weht nur über einer kleinen Schar von Anhängern, die sich offen zum Antisemitismus bekennt. Die preußischen Kriegsminister sind keine „Antisemiten", sie wollen nur keine Jüdischen Offiziere. Ein Direktor eines bestimmten Oymnasiums Oroß-Berlins ist kein „Antisemit" (er hält sich sogar 'ür einen Judenfreund); er will nur den christlichen Religionsunterricht auch für seine jüdischen Schüler, um sie zu ihrem Nutzen für Taufe und Verschmelzung empfänglich zu machen. (Einem Berliner Rabbiner wurde dies sresagt. Für seine mutige Antwort belohnte ihn die Oemeinde mit — Entlassung aus Amt und Würden.) In nicht sehr fernen Tagen wird der politische Antisemitismus in Deutschland sein letztes Mandat vergeben. Die Anti-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.