Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 8/9 (8.1911)
- Date
- 1911-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Städffdie Cumzeifung. IHonatsfdirlff fflr die körperliche Bebung der Juden Herausgegeben pon der Südlichen Curnerfchaft. XILSahrg. Ib. 8/9 Berlin e./Canderstr. 3» ~~Hufl./Sept7l911 Nachdruck der nachfolgenden Oriff inalau fsatze ist nur mit gcniuar Quellenangabe gestattet Der X. Zionistenkongress in Basel. Von Dr. Albert Baer- Stettin. „Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." Wie mancher mag das denken, wenn er aus einer zionistischen Versammlang heimkehrt. Wer sich aber mit dem Judenproblem befaßt hat, wer insbesondere, wie wir jüdisch-nationalen Turner, die Qrundlagen des Zionismus, die jüdisch-nationale Idee, billigt und den Willen, unsere Gemeinschaft zu erhalten, betätigt, der mußte den Glauben an das zionistische Ideal in den Augusttagen in Basel während des zehnten Zionistenkongtesses finden; das intensive jüdische .Leben dieser Tage, das sich nicht nur in den Kongreßsitzungen abspielt, wenn es in ihnen auch, seinen Höhepunkt erreicht, der Ernst und die Würde der Beratungen und Versammlungen, die jubelnde Freude der fröhlichen Feste muß in jedem Teilnehmer die Stimmung erzeugen, der so oft im klingenden Liede Ausdruck gegeben wurde: „Aud lau owdo tikwoßenu — Noch ist unsere Hoffnung nicht entschwunden." „Ein Volk, ein Land, eine Sprache, ein Zionismus," so hatte der frühere Präsident David Wolfsohn unsere Einheit ausgedrückt. Noch sind wir trotz aller Verschiedenheiten ein Volk. Das kann uns im Judentum vor allem der Zionistenkongreß zeigen, und gerade diese Einheit läßt uns hoffen und glauben. Ein Volk. An allen den Tausenden Stammesgenossen, die zum Kongreß nach Basel gekommen sind, erkennen wir deutlich den Einfluß des Milieus; an so manchen Aeußerlichkeiten erkennen wir, in welchem Lande sie wohnen, auch wenn sie nicht die typische Tracht des galizischen Rabbi, des Türken usw. tragen, wir sehen alle sozialen Schichten vom Akademiker bis zum Arbeiter vertreten, doch trotz dieser Mannigfaltigkeit, dieser Buntheit des Bildes, die sich jedem Kongreßbesucher unvergeßlich einprägt, sehen wir an jedem — den Juden. Der Kongreß ist das lebende Beispiel für die Konstanz der jüdischen Rasse; er war daher auch der beste Resonanzboden für den neuesten jüdischen Rasseforscher Dr. Ignaz Zollschan, der auf dem Kongresse in einem Vortrag seine Ansichten über die Einheitlichkeit und den Kulturwert der jüdischen Rasse klarlegte und einen Bericht über den kürzlich in London stattgefundenen Rassekongreü gab, auf dem er als Vertreter der zionistischen Organisation die jüdische Rassenfrage vom zionistischen Stand- Punkte aus beleuchtet hatte. Mannigfaltigkeit und doch Einheit war auch bei den Veranstaltungen der zionistischen Studenten zu finden. Es war besonders interessant, eine bestimmte soziale Schicht aus den verschiedensten Ländern, geeint durch