Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 7 (7.1911)
- Date
- 1911-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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151 dem letzten betätigten wir uns sogar beim Brand einer Bahnböschung als freiwillige Feuerwehr. B. Zürich. J.T. V. Während der letzten vier Wochen hat unser Verein ein flottes Turnfahrtenprogramm abgewickelt, das eine schöne 1?ekordleistung darstellt. Bei der bevorzugten landschaftlichen Lage unserer Gesrend wird der Bericht über diese Veranstaltungen auch bei dem Leserkreis unserer Brudervereine Interesse und ein wenig — Neid erwecken. Den Reigen eröffnete ein obligatorischer Nachtmarsch am 25. Mai. Pünktlich um Mitternacht wurde aufgebrochen. Es ging in zirka zwei Stunden zum benachbarten Uetliberg hinauf, wo die mitgebrachten Laternen in Punktion traten, um bei der anschließenden dreistündigen Kammwandei'ung das Tageslicht, so gut es geht, zu ersetzen. Wir genossen eine lückenlose, herrliche Rundsicht vom Säntis bis zu den Firnen des Berner Oberlandes, alles bis tief hinunter in die Bergtäler mit Schnee bedeckt. — Die letzte Viertelstunde des Weges brachte noch ein wenig Kletterei, dann war man oben auf Albishorn (915 m) angelangt, wo erst der Wirt mit Hailoh geweckt werden mußte, damit man das redlich verdiente Frühstück bekam. Frisch gestärkt, ging es im raschesten Tempo die steilen Wege hinab nach Sihlwald, von wo aus die Sihltalbahn uns um 8 Uhr morgens nach Zürich brachte. Am 25. Juni war wieder ein obligatorischer Marsch, der diesmal 25 km als Minimum der Marschleistung aufweisen mußte. Der Eidgenössische Turnverband verlangt nämlich von sämtlichen ihm angehörenden Vereinen eine Mindestleistung von drei Turnfahrten von »e 25 km als Obligatorium pro 'ahr. Zwecks Förderung des Wandersports wird ferner ein Turnfahrten- Wettkampf zwischen den gesamten Schweizerischen Turnvereinen veranstaltet, wobei Märsche von weniger als 25 km oder einer Beteiligung von weniger als % der Aktiven nicht mitzählen. Die Marschroute war diesmal Zürich-Sihlwald, immer dem Sihltal entlang. Abmarschiert wurde um 1/2 Uhr mittags und kurz nach 3Vz Uhr war man schon am Ziel. Der drohende Regen hatte das Tempo stark beschleunigt, so daß die 14 km Hinmarsch in wenig mehr als zwei Stunden zurückgelegt wurden. Nach zweistündiger Rast wurde der Rückmarsch bei schönstem Regenwetter ebenes als Schnellmarsch ausgeführt, so daß man um 8 Uhr schon wieder Qaheim im Trockenen war. Aus dem ferneren Turnfahrtenprogramm unseres Vereins seien als besonders interessante Touren genannt: Im August über Lintal auf die öraunwaldberge, als Tagestour gemeinsam mit der Damenriege, und im September evtl. eine zweite Hochgebirgstour von lVa Tagen auf den ^'ariden. B. Diskuswerfen. Zu den schönsten athletischen Wurfarten gehört zweifellos auch das Diskuswerfen. Im Jahre 1896 wurde das Diskuswerfen bei den Olympischen fPtelen in Athen nach einem tausendjährigen Schlafe wiedererweckt und 111 die Reihe der modernen Arten des Sportes aufgenommen. Es hat Jedoch fas* zehn Jahre gedauert, ehe das Diskuswerfen wieder eine Rolle in unserem athletischen Sport spielte. Erst seit einigen Jahren wird diesem »Port wieder die gebührende Achtung geschenkt und ist bei allen athletischen Veranstaltungen das Diskuswerfen die Hauptnummer auf dem Programm.