Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 7 (7.1911)
- Date
- 1911-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sfttdfläie Uumzeifung« nionafsftfiriM für die körperliche ßebung der 3uden Herausgegeben wn der gttdüchen Curnirfcfiaft. m^hTflTn^.T Berti« e., HlffinW 39 3u» Nachdruck der nachfolgenden Orlglnalaufsatze ist nur mit ginaiifr Quellenangabe gestattet Deutschjüdisches. Der national-jüdische Ideenkreis hat langsam aber sicher auch in Deutschland Boden gewonnen und schon seit Jahren bestehen hier nationaljüdische Jugendorganisationen, die einen erheblichen Teil der jüdischen Jugend umfassen, die überhaupt für jüdische Dinge zu haben ist. Die Lehre vom „Nationaliudentum", die frohe, starke Hoffnung auf eine historische Zukunft des jüdischen Volkes, sie drangen auch in die Häuser der „Deutschen mosaischer Konfession", die ihr. Judentum schon lange schüchtern verborgen hielten. Wie herrlich weit hatte man es doch schon gebracht! Die Alten kannten ihr Judentum nur noch an drei Tagen des Jahres und die Jungen überhaupt nicht mehr. Man war ja so endlos tolerant und liberal, sich über alle „konfessionellen Unterschiede" leicht hinwegzusetzen. Und da kam plötzlich eine neue Jugend und schwärmte laut und begeistert für Judentum und jüdisches Wesen! Und diese jüdische jüdische Jugend wurde immer zahlreicher und störte immer erfolgreicher die Kreise der älteren Generation. Die jüdisch-nationale Jugend Deutschlands hatte sich trefflich organisiert: die jungen Kaufleute in den Turnvereinen, Herzlklubs und die Akademiker in den Studentenverbänden. Mit Grauen und Schrecken sahen die „maßgebenden Kreise" der deutschen Jiidenheit, sahen die Herren in Amt und Würden, sahen die Geldaristokraten, wie die Jugend ihnen die Gefolgschaft zu versagen begann. Und man kam in weisen Konveutikelu zusammen, schüttelte bedenklich das Haupt ob der „nationaljüdischen Oefahr" und ersann ein Mittel, ihr entgegenzuarbeiten. Man wollte die Jungen retten vor den „Irrlehren des National-Judentums", das den Jüdischen Teutonenherzen die deutsch-vaterländische Gesinnung zu gefährden schien. Und man schuf mit großen Opfern einen Bund von Jugendvereinen, der ein Gegengewicht bilden sollte gegen die Organisationen der Jüdischnationalen. Aus diesem Gesichtspunkte entstand der „Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands". Und nur wer diese historische Entwicklung des Verbandes begreift, kann sein Wirken richtig beurteilen. In Nr. 5 u.6 des II. Jahrganges seiner „Mitteilungen" veröffentlicht jetzt der Verband das stenographische Protokoll seines zweiten Delegiertentages, der am 19. März dieses Jahres in Hannover stattfand. Dieser Bericht gewährt einen interessanten Einblick in die Tätigkeit der Jugendvereine während der ersten anderthalb Jahre des Bestehens des Verbandes. Gerade wir Nationaljuden haben das natürlichste Interesse, seine Entwicklung zu verfolgen, wie seine oben geschilderte Entstehungsgeschichte beweist. Abgesehen davon, daö alles, was jung und jüdisch heißt, unsere Interessensphäre schneidet. Wir entnehmen dem Geschäftsbericht des Vorstandes Folgendes: Der Verband konstituierte sich unter dem hohen Protektorate und mit den