Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 4 (4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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80 No. 4 Melodien zeigten unsere Turnerinnen, daß sie außer Muskelstärke auch überaus viel Grazie und Anmut entialten können. Bis nach 12 Uhr blieb man in denkbar fröhlichster Stimmung beisammen und trennte sich mit der Ueberzeugung, daß man sich auch ohne die Herren der Schöpfung „herr"lich amüsieren kann. Sarajevo (Bosnien). Ende Dezember hielt der Selbstbildungsverein der jüdischen Jugend in Sarajevo seine ordentliche Generalversammlung ab. Es wurde der Beschluß gefaßt, den Namen des Vereins auf „Jüdischer Nationalverein für Bosnien und die Herzegovina" und somit auch die Tendenz des Vereins zu ändern. Die neuen Statuten werden demnächst bei der Regierung eingereicht, so daß wir in kürzester Zeit mit der Konstituierung des „Jüdischen Nationalvereins" rechnen können. Der neue Ausschuß entwickelt bereits eine rege Tätigkeit. Es wurde die Gründung einer Turnsektion ins Auge gefaßt und zu diesem Zwecke am 7. Januar eine Versammlung derjenigen Mitglieder abgehalten, welche zu turnen beabsichtigen. Bei dieser Versammlung haben sich sofort zirka 40 Mitglieder zum Beitritt gemeldet, so daß die Oründung der Turnsektion gesichert erscheint. Die Vorarbeiten zur Errichtung der Turnriege sind bereits so weit gediehen, daß in kürzester Zeit ihre Eröffnung stattfinden kann. Der jüdischen Turnsache wird hier Interesse entgegengebracht, was uns zur Annahme berechtigt, daß wir mit Erfolg arbeiten werden. Es ist unser Bestreben, der jüdischen Jugend in den südslavischen Ländern in dieser Beziehung als Vorbild zu dienen und richtunggebend zu wirken. Zürich. J. T.-V. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, daß die jüdische Turnbewegung sich heute in Zürich allseitiger Sympathien erfreut, so hat das 2. Stiftungsfest des Jüdischen Turnvereins diesen Beweis glänzend erbracht. Wohl alles, was Freude am kraftvollen Streben der Jugend empfindet, war dort versammelt und mit einer Frequenz von 600 Personen ist ein für Zürichs jüdische Veranstaltungen noch nie dagewesener Rekord geschaffen worden. Aus der Reihe der Erschienenen seien besonders erwähnt: die Herren Rabbiner beider Gemeinden, Delegierte der Israelitischen Religionsgesellschaft, Freien Vereinigung, Augustin-Keller-Loge, Zionistischen Ortsgruppe, Makkabäa, ferner Vertreter des Grütliturnvereins und Pressevertreter. Beinahe vollzählig war die Kadimah erschienen. Die Israelitische Kultusgemeinde und der Verband der Jüdischen Turnerschaft hatten ihre Olückwünsche schriftlich übermittelt, während der Verein Ez Chaim Fribourg die Festversammlung telegraphisch begrüßte. Mit kurzen, kernigen Worten hieß der Präsident die Gäste willkommen, legte die Bestrebungen des Vereins dar und forderte die Jungen zur aktiven und die Alten zur passiven Mit* hilfe auf. — Die Ansprache war kaum verhallt, als der Vorhang sich vor vier Reihen kräftiger Turnergestalten hob. Als Freiübungen wurden diejenigen des offiziellen Züricher Turnprogramms 1910 gebracht, und es konnte dem jungen Verein Befriedigung gewähren, daß er dies Pensum tadellos bewältigte. Eine Spezialriege führte schwierige Reckübungen aus, die so recht den turnerischen Fortschritt seit dem letztjährigen Stiftungsfest kennzeichneten. Ein Prolog leitete zur theatralischen Aufführung „Ein Sommerfest in* Jüdischen Turnverein" über. Das Stück, das eigentlich nur als äußerer Rahmen für die darin vorkommenden Turnübungen dienen sollte, wurde flo« gespielt. Aber leider waren diese Einlagen andererseits auch daran schuld, daß vielen der zusammenhängende Eindruck der Handlung verloren stfn*- Barrenturnen, Stabwinden und ganz besonders natürlich das Damenturnen ernteten reichen Beifall. Zum Schluß des Turnerschwankes belebte *>" flotter Walzer und ein Lampionreigen die Szenerie, bis der etwas zu star*