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Jüdische Turnzeitung · 1911-03-01 · 3 (3.1911) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
3 (3.1911)
Date
1911-03-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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No. 3 61 Saloniki teilt uns mit, daß zu Ostern eine größere Veranstaltung; stattfinden soll, deren Erträgnis zur Hälfte dem Flottenfonds zufließen soll. Adrianopel bekommt eine neue Turnhalle, deren Bau bald fertiggestellt sein wird. Der Ertrag des Einweihungsfestes soll ebenfalls zur Hälfte dem Flottenfonds zukommen. Unsere Abteilung in Ortakeuy (Vorstadtviertel) veranstaltet eine Lotterie zum Bau einer Turnhalle. Auch die Sektion Pera hat ein Fest zugunsten des Flottenfonds veranstaltet, das einen Reinertrag von M. 3000 erübrigt hat. Dasselbe fand am 2. Februar statt und verlief glänzend; mehrere Reden wurden von bedeutenden offiziellen Persönlichkeiten gehalten. Eine Anzahl von Offizieren und Delegierten vom Marine-Ministerium waren zugegen. Die turnerischen Leistungen waren tadellos. In Pera hat sich kürzlich eine Damen-Abteilung „Makkabi" gebildet, der die Mädchenriege der Pera-Sektion einverleibt worden ist. Die Turnstunden finden unter Leitung des Herrn Hirsch in der Turnhalle der Pera- Sektion statt. Die Abteilung untersteht direkt dem Zentralvorstande und ist in demselben durch zwei Damen vertreten. Sport. Eine neue Art des Hochspringens. Im »III. Sport" äußert sich darüber Martin Brustmann folgendermaßen: Unsere leichtathletischen Uebungen sind ursprünglich natürliche und einfache Bewegungen, die infolge des Wettkampfes eine Fortentwickelung, Steigerung und Verfeinerung erfahren haben. Die Steigerung verdanken sie dem Training, die Verfeinerung der Ausbildung von Technik und Taktik. Wer also jetzt noch uneingeschränkt behauptet, unsere leichtathletischen Uebungen seien einfach und natürlich, der übersieht diese Fortentwicklung und zugleich die eingetretene Aenderung der Bedingungen, unter denen sie gepflegt werden. Der schnellste Läufer Altgriechenlands würde selbst auf der besten Höhe seines Könnens mit seinen bloßen Füßen im tiefen Sande des olympischen Stadions sich gegen eine moderne Sprintergröße mit. Nagelschuhen auf Rasen- oder Aschenbahn kaum anders ausnehmen als ein mit 1° pCt. Vorgabe bedachter Anfänger gegen den Malmann seines Rennens. Daß ein 110 m Hürdenlaufen in einfachen Bewegungen über natürliche Hindernisse gehe, hat wohl noch niemand ernstlich gedacht. Höchstens der Geländelauf wäre vom Standpunkt der Natürlichkeit aus einwandsfrei. Immerhin sieht man das unverkennbare Bestreben, unsere Uebungen wieder auf natürliche Bedingungen zurückzuführen, falls sie sich einmal von solchen entfernt hatten. So maß man früher in Deutschland die Flachsprünge vom vordersten Abdruck des abspringenden Fußes bis zum hintersten Ferseneindruck am Niedersprungsort; als Absprungstelle galt ein 1 m breiter Raum. Zwar kam dabei die ganze Sprungweite zur Messung, aber es blieb immer fraglich, ob ein Springer, der auf diese Weise 6 m schaffte, wohl über einen schmäleren Qraben damit gekommen wäre, denn Sprungkraft und Sprungleistung Uber natürliche Hindernisse sind zwei verschiedene Sachen. Die Sportbehörde ist ja nun längst von dieser alten Vorschrift abgekommen und wertet jetzt, wo der Absprungbalken Bedingung und Meß- Rrenze ist, neben der bloßen Kraft auch die Kunst. Nur in den Hochsprungregeln ist eine Lücke geblieben, durch die jetzt richtig jemand geschlüpft ist, der ihrem Sinn ein Schnippchen schlägt.

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