Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 3 (3.1911)
- Date
- 1911-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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58 No. 3 und bis in die frühe Morgenstunde hielt der Tanz alle Festteilnehmer zusammen, ein Beweis für die wundervolle Stimmung, die das ganze Fest durchwebte. Ein Jeder ging von dannen mit dem Bewußtsein, einen inhaltsreichen Abend verbracht! zu haben. Am folgenden Nachmittag fand ein gemütlicher Katerbummel im Cafe „Vier Jahreszeiten" statt, zu dem sich über 50 Personen einfanden, gleichfalls ein Beweis für die schöne Wirkung des Festes. Auch eine größere Anzahl Beitrittserklärungen haben wir bereits zu verzeichnen. Und wenn wir den materiellen Gewinn auch nicht hoch genug anschlagen können, mehr gilt uns der moralische Erfolg, den' wir errungen haben: Wir haben gezeigt, daß wir etwas leisten können, und damit unsere Existenzberechtigung bewiesen. Diesen Eindruck haben alle Teilnehmer des Festes gewonnen, und sie tragen ihn hinaus in die Oeffentlichkeit. Und so haben wir berechtigte Hoffnung, daß der jüdische Turngedanke auch in Breslau bald breiten Boden gewinnen wird. Mit frohen Erwartungen gehen wir in den Sommer. Posen. J.T.V. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung fand unter zahlreicher Beteiligung am 26. Januar statt. Der Jahresbericht ist in der Januar - Nummer der Turnzeitung bereits im wesentlichen wiedergegeben. In der Diskussion darüber wurde von allen Seiten der lebhaften Befriedigung über die Arbeitsverhältnisse des Jahres und dem einmütigen Vorsatz von Vorstand und Mitgliedern zu immer weiterer Steigerung der Tätigkeit Ausdruck gegeben. Der in jeder Generalversammlung wiederkehrenden Anregung zu regelmäßigen geselligen Veranstaltungen trat der Vorstand auf Grund mehrjähriger Erfahrungen entgegen. Ohnehin finden sich die Männerriegen nach jedem Turnabend zwanglos beim Bier zusammen, während für die Frauen-Abteilung gemütliche Zusammenkünfte neuerdings veranstaltet werden und sich lebhaften Besuches erfreuen. Lobende Anerkennung fand die Tätigkeit der Turnfahrtenkommission, während diejenige der Turnspielkommission manches zu wünschen übrig ließ. Nachdem Herr David über die Revision der Kasse berichtet hatte, die diesmal mit einem ansehnlichen Ueberschuß abschließen konnte, wurde auf Antrag des- Herrn Kareski dem Vorstand Decharge erteilt, sowie Dank und Vertrauen ausgesprochen. Alsdann wurde in die Beratung des vielfach abgeänderten Statuts eingetreten. Die wesentlichsteh Punkte waren folgende: 1. UmänderungdesNamensin .Jüdischer Turnverein", womit der langgehegte Wunsch der meisten Mitglieder endlich in Erfüllung ginK- 2. Einräumung von drei Vorstandssitzen an Vertreterinnen der Frauenriege, vorläufig ohne Einräumung des allgemeinen Stimmrechts an die Frauen. Sechs Vorstandsmitglieder werden in der Generalversammlung der Männer-Abteilungen, drei Vorstandsmitglieder in der Generalversammlung der Frauen-Abteilungen gewählt. 3. Die Vorstandswahlen finden stets durch Stimmzettel statt. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen hat. (Keine Stichwahl,) Alle Statutenänderungen wurden nahezu einstimmig angenommen. Auch die jüngst stattgehabte Generalversammlung der Frauen-Rieg* war recht gut besucht und von bester Stimmung getragen. Nach den von beiden Versammlungen vorgenommenen Neuwahlen setzt sich der neue Vorstand wie folgt zusammen: Dr. Jeremias, Vorsitzender, Frau Flora Brandl Jacob Elias, Isidor Hepner, Leo Kollenscher, Zahnarzt Laufer, Frl. Beate Pleßner, Moritz Sachs, Frl. Margarethe Sandberg. Sämtliche Zuschriften sind an den Schriftführer, Zahnarzt Laufe'' Viktoriastr. 161, zu richten. Ebendahin sind auch Wohnungsveränderungen