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Jüdische Turnzeitung · 1911-03-01 · 3 (3.1911) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
3 (3.1911)
Date
1911-03-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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54 No. 3 Das Zöglingsturnen. Von Josef Sil b*e r b e r g - I. Wiener J. T. V. Seit einem Dezennium geht durch das jüdische Volk die Renaissancebewegung, die sich eine zweckmäßige Pflege des Körpers unserer heranwachsenden Jugend zur Hauptaufgabe stellt. Die Erkenntnis, daß nur ein Volk, welches eine gesunde, kräftige Jugend erzieht, eine höhere Stufe der Entwicklung zu erringen vermag, gewinnt immer mehr Boden. Der gesunde Organismus eines Volkes vermehrt das Nationalvermögen, aber noch ist die schulmäßige Pflege der Körperkultur mangelhaft und den Vereinen obliegt eine gewaltige erzieherische Arbeit. Zwar ist es selbstverständlich, daß Turnen nicht nur Sache der Jugend ist, sondern auch des reifen Mannesalters. Wenn wir aber dem Kinder- und Zöglingsturnen weit größeres Interesse entgegenbringen, so findet das seine Begründung darin, daß die körperliche Sanierung unseres Volkes systematisch durchgeführt werden muß. Wir müssen die Arbeit im frühen Kindesalter beginnen, denn nur in der Zeit des Wachstums kann das Turnen seine schönsten Erfolge bringen. Beobachten wir beim Turnen die Bewegungen eines Neurasthenikers, diese oft kindische Aengstlichkeit am Gerät! Nur den sorglosen Knaben und Jünglingen können wir zurufen: fortes fortuna adiuvat. Hier können wir die turnerische Ambition wecken, wo der Körper sich zu entwickeln bestrebt, wo die Glieder elastisch und geschmeidig sind; hier heißt es: den Körper stählen. Fangen wir beizeiten an, dann bleibt uns das Turnen bis ins Alter zum angenehmen Bedürfnis, statt zur schmerzlichen Therapie! Deshalb ist es Pflicht eines jüdischen Turnvereins, das Hauptaugenmerk auf das Kinder- und Zöglingsturnen zu lenken; denn nur eine stramm erzogene Zöglingsabteilung bietet dem Vereine die sichere Garantie seines eigenen Fortlebens. Dieser Nachwuchs ist unsere Zukunft und gewährleistet die Fortsetzung der von uns übernommenen Arbeit. Was uns Juden der Morgen bringen wird, wissen wir nicht, aber eines ahnen wir sicher: den Kampf, den aufzunehmen nur ein abgehärteter, eiserner Organismus imstande ist! Mitteilungen des Ausschusses. Der J. T. V. Makkabi in Konstantinopel sucht einen befähigten Turnlehrer, als Nachfolger für Herrn Julius Hirsch. Wir bitten geeignete Bewerber, sich schnellstens an uns zu wenden und die näheren Bedingungen einzufordern. Im Verlage der Jadischen Turnzeitung ist der Vortrag des Reichsratsabgeordneten Dr. Arthur Mahler: „Warum Sind wir jüdische Turner?" als Broschüre erschienen; sie kann als vorzügliches Propagandamittel gelten und ist namentlich für unsere österreichischen Vereine überaus aktuell. Georg Arndt-Stiftung. Regina Hirsch gratuliert Emma Ohnstein zum Geburtstag M. 1, Einer, der daran vergessen hat.........»

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