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Jüdische Turnzeitung · 1911-01-01 · 1 (1.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
1 (1.1911)
Date
1911-01-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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No. 1 19 Im vergangenen Jahre wurden drei Monatsversammlungen und zwei außerordentliche Generalversammlungen veranstaltet, in welchen jeweils die lautenden Vereinsgeschäfte behandelt wurden. Von den veranstalteten Ausflügen sind besonders erwähnenswert, die obligatorische Turnfahrt auf den ..großen Mythen" (1900 m über d. Meeresspiegel) und eine Nachtturnfahrt auf den Uetliberg. Der Förderung der Geselligkeit und der Propaganda dienten ein wohlgelungenes Stiftungsfest am 18. Dezember 1909, ein großes Sommerfest auf der Halbinsel „Au", sowie zwei Kränzchen. Herr Oberturner Köhli erstattete den Jahresbericht der Turnerriege. 'r| 76 Turnstunden wurde eine Qesamtbeteiligung von 1033 Turnern erzielt, so daß eine Durchschnittsfrequenz von 13,6 zu verzeichnen ist. Hierbei muß Jedoch berücksichtigt werden, daß die einzelnen Turner zweimal in der Woche zum Turnbetrieb erscheinen müssen. Der Oberturner konnte mit Genugtuung einen Fortschritt der turnerischen Leistung konstatieren. vViih- >end er an der Disziplin einiger Mitglieder manches auszusetzen fand. Für die Damenriege erstattete die Aktuarin den Bericht. Die Turnstunden erfreuten sich während der acht Monate des Bestehens dieser Riege eines verhältnismäßig regen Besuches. Unter der tüchtigen Leitung des Turnlehrers Herrn Schautelberger machten die Turnerinnen so gute Fortschritte, daß sie anläßlich des Sommerfestes mit einem turnerischen Blumen- '"eigen vor die Oeffentliehkeit treten konnten. Am ungünstigsten stellte sich der Kassenbericht, da es durch die bedeutenden Spesen noch immer nicht gelang, den Verein in gesunde Finanzver J'ältnisse zu bringen. Bemerkenswerte Ausgabeposten der Turnerriege sind1 Turnlehrer 443 Fr., Turnhalle 171,35 Fr., Zeitungen 27 Fr., Propaganda 49 Fr., Drucksachen?2 Fr. Demgegenüber waren die Haupteinnahmen 414 Fr., Jür Aktiv- und Passivbeiträge 369 Fr. Die Bilanz der Damenriege, deren Kasse besonders verwaltet wurde, stellt sich etwas günstiger, da die Ausgaben infolge des nur einmaligen Turnbetriebes pro Woche geringere sind Die Versammlung beschloß sodann die Gründung einer speziellen Männerriege für ältere Herren, Neuorganisation der Vorstandes, Bestimmung eines beständigen Vereinslokales, Pflege des Gesanges und Arrangement des Stiftungsfestes am 18. März 1911. Die Neuwahl des Vorstandes ergab: Dr, Ringwald, Präsident; Max Hirsch, Vizepräsident; J. Berlowitz, Kassierer; J. Buggenheim, Aktura; Frl. Schwabacher, Beisitzerin. Die beiden Gber- 'i'rner wurden für ein weiteres Jahr bestätigt. Seit der Versammlung traten infolge eines Propaganda-Zirkulars 15 neue Passivmitglieder bei. Der Turnbetrieb in der Turnerriege sowohl als der Damenriege ist ein reger. Für die Damen wurde infolge Zeitmangels des bisherigen Turnleiters in der Person des als hervorragenden Fachmannes Rannten Herrn Brunner ein neuer Oberturner engagiert, der auch die Leijung bei dem mit Gründung einer Männerriege gemachten Versuch übernimmt. Jjder letzten Monatsversammlung der Turner- und der Damenriege sprach £err J. Berlowitz über jung-jüdische Literatur. Anläßlich des Chaunukayestes veranstalteten wir am Sylvester einen Familienabend, der mehr als 100 Mitglieder und Gäste bei Humor und Tanz bis zum frühen Morgen vereinigte. Für das diesjährige Stiftungsfest am 18. März hoffen wir ein großes turnerisches Programm vorbereiten zu Können, das der größten Oeffentlichkeit *den turnerischen Fortschritt zeigen soll. Im Dezember fand ein Turnerbarsch nach dem Bergwerk Buchs bei Zürich statt und der 8. Januar vereinigte 20 Turner und 15 Turnerinnen zu einer Rodelpartie am Albispaß im Anschluß an eine Turnfahrt nach Langnau, wo ein improvisiertes Tanzkränzc,,en den prachtvoll gelungenen Winterausflug beschloß. B.

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