Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 11 (11.1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 177 sein Verlangen — daß im Statut keine Bestimmung enthalten sei, nach der Christen ausgeschlossen würden. Verlangt hat der Schulrat spontan nur, daß der Verein nicht zionistisch sein solle. — Diese Darstellung, die den Sachverhalt in einem wesentlich anderen Lichte erscheinen läßt, bringen wir unsern Lesern £ern zur Kenntnis. Die Red. Krakau. J.T.V. Am 1. November iand eine Generalversammlung des Jüdischen Turnvereins in Krakau statt. Das Ergebnis der Neuwahlen war 'olgendes: Dr. Leon Landau, Obmann; Advokat Dr. S. Wahrhaftig, Obmann- Stellvertreter; A. Rosenzweig, Schriftführer; M. Morrwitz, Schriftführer- Stellvertreter; Roman Landau, Kassierer; Frl. M. Langer, Kassierer-Stellvertreter; N. Silberzweig, Turnwart; Frl. J. Lemberger, Turnwart-Stellvertreter; Beirat- B. Huppert, J. Kahane, L. Freiwald. Drohobycz. Hier ist ein neuer Turnverein ins Leben gerufen worden, zu dessen Vorsitzenden Bauingenieur Schaimer ernannt wurde. Der Verein ist, da er noch keine Turnstätte hat, einstweilen noch nicht aktiv. Der Verein beabsichtigt, sich bei Beginn seiner Tätigkeit unserem Verbände anzuschließen. Wir wünschen dem jungen Verein ein kräftiges Gedeihen. D. Red. Aus Husiatyn (Ostgalizien) schreibt man uns, daß dort ein neuer Turnverein „Bethar" gegründet wurde. Der Verein zählt 50 Mitglieder, die sich aus Akademikern, Kaufleuten und Arbeitern zusammensetzen. Zum Vorsitzenden wurde Simon Kowalek gewählt. Der Verein arbeitet mit unseren Tendenzen und wir hoffen, ihn bald ffanz zu den Unsrigen zu rechnen. Bücherschau. 'm Verlage von Max Hesse. Leipzig, erschienen die gesammelten Werke von Leopold Kompert, eine Sammlung, die das größte Interesse verdient. Kompert, ein glänzender Kenner alles Jüdischen und ein teiner Psycho- 'oge, baut vor unseren Augen das Ghetto mit allen seinen Leiden und Freuden auf. Ein herzerfrischender Humor spricht aus seinen Werken, und mit wunderschöner Kleinmalerei veranschaulicht er alle Bilder. Mit besonderer Menschenliebe schildert er das Leben der armen bedrückten Juden. Nur e'nige seiner zahlreichen Erzählungen seien hier erwähnt. Die Erzählung: "Die Kinder der Randars" ist eine phychologische Schilderung, in der die unüberbrückbare Kluft zwischen Judentum und Christentum zum Ausdruck kommt. In den Erzählungen „Im Ghetto" gibt Kompert mit frischem Humor reizende Genrebilder. Vielleicht am schönsten und eigenartigsten ist die Erzählung von „Christian und Lea", einem alten Freundespaar, das die reinste, «bgeklärteste Freundschaft miteinander verbindet. Die gesammelten Werke enthalten noch eine Fülle schöner Erzählungen und können jedem, der Interesse und Liebe für Jüdisches hat, nur aufs Nvärmste empfohlen werden. B. E. Max Nordau: „Das Judentum im 19. und 20. Jahrhundert". (Jüdischer Verlas Köln, 24 Selten, Gr. 8". Preis 30 Pig.) Der Vortrag, den Dr. Max Nordau am 29. Dezember des vorigen Jahres in Hamburg über das Thema: „Das Judentum im 19. und 20. Jahrhundert", gehalten hat, ist nunmehr in einem Separat-Abdruck beim Jüdischen Verlag" in Köln erschienen.