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Jüdische Turnzeitung · 1910-11-01 · 11 (11.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
11 (11.1910)
Date
1910-11-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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174 No. 11 An jedem Turnabend turnten durchschnittlich 30—31 Turnerinnen in durchschnittlich drei Riegen, deren jede durchschnittlich nahezu 10 Teilnehmerinnen hatte. Den stärksten Besuch erzielte der März mit 330, der Juli mit 85 Turnerinnen den schwächsten Besuch. Die Damen-Abteilung weist im Vergleiche zu den früheren Jahren einen neuerlichen Rückgang auf. Das turnerische Leben am Platze war ein reges und es unterliegt keinem Zweifel, daß der Verein in jeder Hinsicht, sowohl quantitativer wie qualitativer gewaltige Fortschritte zu verzeichnen hat. Der Vorturnerkursus, der von den Teilnehmern regelmäßig und mit Ausdauer besucht wurde, zeitigte den Erfolg, daß im abgelaufenen Jahre sechs der Besucher die Vorturnerprüfung ablegten. Es wurde bereits im Vorjahre ein neuer Kursus eröffnet, der ohne Zweifel auch im heurigen Jahre weitergeführt werden wird und der bei starkem Besuche der in kurzer Zeit zu gründenden Vorturnerschaft jedenfalls bedeutende Verstärkung zuführen wird. Die Abteilungen der Kinder-Turnanstalt erfreuten sich eines ziemlichen Besuches, der mit insgesamt 40 Kindern in jedem Monate zu beziffern ist und dem Vereine ein ziemliches Erträgnis abwarf. Auch im abgelaufenen Jahre ist es nicht gelungen, die Zöglir.gs* Abteilung zu stabilisieren und für den Verein den gewünschten Erfolg herbeizuführen. Seit 1. März d. J. wurde der Zöglings-Abteilung eine zweite Turnzeit eingeräumt und so einer dringenden Notwendigkeit abgeholfen. Die Turnabende waren durchschnittlich von 31 Zöglingen besucht. An Beiträgen wurden 220 K. gegen 150,50 K. im Vorjahre entrichtet. Den Herren Lamberg, Taglicht, Weiner, Reis, Dub und Bojko sei für ihre Mühewaltung Dank gesagt. Am 11. Dezember 1909 fand im Sophiensaale das Schauturnen anläßlich des 10 jährigen Gründungsfestes des Vereins statt. Es ist Jedem der anwesenden Mitglieder bekannt, wie dasselbe verlief und ich kann mit Berechtigung sagen, daß demselben eine hervorragende Stelle in der Geschichte des Vereins gewahrt bleiben wird. Möge der Verein, an dem wir alle mit gleicher Liebe hängen, >n den folgenden zehn Jahren einen sich gleich bleibenden Aufschwung haben und möge es uns allen vergönnt sein, zu sehen, daß diese einst schwächliche Schöpfung, durch die Bemühungen jener Männer, die bis nun in selbstlosester Weise ihre Kräfte dem Vereine zur Verfügung gestellt haben, emporgebracht, durch gleich tüchtige und selbstlose Männer zur höchsten Stufe turnerischen Könnens gefördert werde. Möge vor allem Jener turnerische Geist und jene Selbstzucht wiederkehren, die einst unseren Verein in hohem Maße geziert und die leider durch ganz und gar unberechtigte Bestrebungen einzelner Mitglieder gelitten. Die Räume des Turnvereins müssen eine Stätte sein, von der aus die höchste Tugend des Mannes durch das ganze Judentum gepflanzt werde: die Selbstzucht, die Selbstüberwindung, die freiwillige Unterordnung. Die Leitung des Turnplatzes lag während der Monate Juni, Juli u" August in den Händen der Herren Lamberg und Reis. Für ihre aufopfernde Mühewaltung sei ihnen hiermit der Dank gesagt. Den Bemühungen des Turnrates war es gelungen, für die Sommermonate einen geeigneten Platz zur Einübung des volkstümlichen Turnen zugewiesen zu erhalten. Leider wurde die Gelegenheit nicht gehörig «u*" genutzt, doch übte eine Anzahl Turner ziemlich regelmäßig auf einem Pia12 im Prater.

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