Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 11 (11.1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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162 No. 11 und nicht unserer schlechtesten Mitkampfer vollauf in Anspruch nimmt. Es erscheint daher geboten, die jüdische Turnbewegung in Berlin einmal des näheren zu betrachten. Berlin ist für alle Turnbestrebungen ein sehr fruchtbarer Boden. Trotzdem will die jüdische Turnbewegung gerade hier keine rechten Fortschritte machen, während sie sich sonst überall befriedigend entwickelt. Die jüdische Turnbewegung in Qroß-Berlin wird auch heute noch durch den Bar Kochba repräsentiert, denn die anderen drei jüdischen Turnvereine, die nacheinander aus dem Bar Kochba durch Absplitterung hervorgegangen sind, haben bis jetzt kaum etwas für die gesamte Turnbewegung geleistet. Die Weiterentwicklung unserer Bewegung in Berlin ist also im wesentlichen gleichbedeutend mit der Hebung des Bar Kochba, der durch die Leitung des Verbandes sehr stark belastet und dadurch in seiner Entwicklung gehemmt ist. Der Bar Kochba bedarf, damit er imstande ist, den Ausschuß des Verbandes zu stellen, der Mitarbeit aller jüdischen Turner Berlins. Selbst der .1. T. V. C Ii a r I o 11 e n b u r g, der Mitglied d«s Verbandes ist, hat im Höchstfälle das geleistet, was jeder andere Verbandsverein auch tut, während e r jedoch au den Arbeiten des Ausschusses teilnehmen müßte. Es geht also für die Verbandsleitung ein Teil der vorhandenen Kräfte verloren, ein Umstand, den allein die Dezentralisation verursacht. Der Bar Kochba. der den Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft stellt, darf keineswegs durch Absplitterung nötigerweise geschwächt werden. Die Dezentralisation läßt aber auch die abgegliederten Vereine wM*" der Konkurrenz und des mangelnden Austausches turnerischer Kräfte nicht hochkommen. Ein großer Verein hat in den einzelnen Abteilungen durchaus die Möglichkeit, örtliche, sozial* und gesellschaftliche Unterschiede zu ü b e r b,r ii c ke Andererseits ist nur der große Verein, der die gesamte jüdische Turnbewegung des Ortes repräsentiert, in der Lage, den Anforderungen in propagandistischer und nationaler Hinsicht zu genügen. Bei der jetzigen Zersplitterung muß jede Vereinsarbeit doppelt und d r e i t a c geleistet werden, ohne auch nur annähernd die Erfolge zu erziel*"' die ein geeinter Verein bei derselben Arbeit erreiche« w ü r d e. Wir müssen daher in Berlin nach einer Zentralisation der Arbeit und der Organisation streben. Der erste bedeutende Schritt hierzu würde die Vereinigung des Bar Kochba mit det" J.T. V. Charlottenburg sein, der heute, von dem turnerischen Leben iij1 Bar Kochba abgeschnitten, ohne Nachwuchs turnerisch nicht ersprießlic" arbeiten kann. Vom Bar Kochba trennt ihn nichts als eine örtliche Entfernung von 10 Minuten Fahrzeit. Gegen eine Vereinigung liegt, da jetzt der J.1-v* Charlottenburg finanziell gesichert ist. nichts vor; sie müßte daher im Interesse der geschlossenen jüdischen Turnbewegung in Berlin zustande kommeninsbesondere um eine Jugend-Abteilung im Westen Berlin* zu ermöglichen, die sowohl für den Bar Kochba als auch für CharlottenburÄ