Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 9 (9.1910)
- Date
- 1910-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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128 No. 9 besten Vorwand benutzten und sofort nach ihrem Ausscheiden daran gingen, die II. Frauen-Abteilung des Bar Kochba zu sprengen! Man berief die Mitglieder dieser Abteilung zu einer Versammlung ein, legte ihnen die „sachlichen" Gründe des Austritts dar und hatte den Erfolg, daß ein großer Teil der einseitig unterrichteten Darren gleichfalls dem Bar Kochba den Rücken kehrte. Nun gings an die Qründung eines neuen Vereins, für den man sich schon um die von der Bar Kochba-Abteilung benutzte Halle bemühte, und so wurde unter Führung der in unserem Verein ausgebildeten Leiterinnen der Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport gegründet, der, laut seinen Ankündigungen, das Frauenturnen in der jüdischen Turnbewegung auf eine gesunde Basis stellen will. Dabei muß dieser Verein nach seiner ganzen Zusammensetzung nach den alten Prinzipien und mit demselben turnerischen Material, wie es der Bar Kochba tut, arbeiten. Freilich, die Entstehungsgeschichte dieses Vereins ist derart, daß man annehmen darf, er werde auch weiter mit Mitteln arbeiten, die bisher in unserer Bewegung glücklicherweise unbekannt geblieben sind. Nun, wir gestehen offen, daß die Erfahrungen, die wir mit itn'en für bewährt und treu erachteten Mitgliedern machen mußten, sehr schmerzlich waren und daß wir sie eist nach einiger Zeit innerlich verwunden haben werden. Aber das Spiel, das mit uns getrieben wurde, es hat jedenfalls das Oute schon jetzt bewirkt, daß unsere Beamten und Mitglieder sich auf sich selbst besonnen haben und mit doppelter Energie für den Verein zu arbeiten begannen. Schon hat ein am 25. d. M. stattgehabtes Frauen-Schauturnen uns bewiesen, daß das Frauenturnen sich bei uns gedeihlich entwickelt und den Platz einnimmt, der ihm seiner Bedeutung nach zukommt Das gute Gelingen dieser Veranstaltung hat uns neue Freunde zugeführt und uns selbst neuen Mut gegeben. Wir dürfen hoffen, daß die uns aufgezwungene kritische Situation schnell überwunden sein wird, wenn jeder von uns am Platz erscheint und seine Pflicht tut. Berlin. J. T. V. Bar Kochba. Unsere Lehrlingsabteilung bat Ober einen Wetikampf zu berichten, der weit ab vom Htusermeer Berlins in freier, schöner Natur stattfand. Früh schon trafen wir uns und fuhren nach Hermsdorf, wanderten dann durch die aulblühende Gartenstadt Frohnau und auf einsamen Wegen nach Schulzendorf. Hier auf einem von Nadelwäldern umgebenen Gelinde entfaltete sieb bald reges Leben. In kurzer Zeit war alles zum Wettkampf bereit und ein jeder stand im Turndress auf seinem Platz. 50 m Lauf, Weit- und Dreisprung, Steinston und 400 m Lauf wechselten in rascher Folge einander ab und zeigten ein gutes Können unserer Lehrlinge. Nach dem Fünfkampf. ging es an eine intensive Durchsiebt, der im Rucksack mitgeführten Essvorrate und einem jeden schmeckte es köstlich nach solcher Anstrengung. Den Nachmittag verbrachten wir im Sonnen-, Luft- und Schwimmbad Heiligensee. War man vorher ohne Turngeräte ausgekommen, so wurden hier Reck, Barren, Ringe etc. freudig begrusst und fleissig benutzt. Bald tummelten wir uns im Wasser, bald im Grase herum und so verging uns die Zeit wie im Fluge; erst die sinkende Sonne mahnte zum Aufbruch. Mit fröhlichem Gesang schieden wir von der gastlichen Stltte und erreichten nach kurzer Wanderung Tegel, von wo aus wir die Heimreise antraten. Montag konnte man alle Teilnehmer frisch und froh in der Weissenburger Strasse wieder turnen sehen. Die 3 ersten Sieger erhielten Preise (turnerische Bficher), uns anderen aber bleibt der Fünfkampf ein Ansporn zu besseren Leistungen. G. J. Berlin. J.T.-V. B«r Kochba. Die Bibliotheksverwaltung bittet all« Vereinsmitglieder und Vereinsfreunde, die Bibliothek des Vereins dadurch