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Jüdische Turnzeitung · 1910-09-01 · 9 (9.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
9 (9.1910)
Date
1910-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Sfudffdie CumzeHung, monafsrdirifi für die körperliche Bebung der 3uden __Herausgegeben pon der gttdlfthen Cunterfchafi. gTgqhrg. llo. 9 Benin e..^«dnderstr. 3» September 1910 Nachdruck der nachfolgenden Originalaufsatze ist nur mit gtRimr Quellenangabe gestattet. Die Entwicklung der jüdischen Turnbewegung in der Türkei. Die Türkei, bis vor kurzem das autokratische Land par excellence, bot seinen Untertanen, wenn sie sich dem Fortschritte anschließen wollten, nur Schwierigkeiten, die allgemeine Empörung hervorriefen. So z. B. betrachtete die damalige Regierung auch das Turnen als einen gefährlichen Gegenstand, der seine politischen Folgen haben könnte. So wurde das Turnen in einer griechischen Smyrnaer Schule untersagt, weil deren Schüler anläßlich einer Schulfeier Gewehrübungen ausgeführt hatten. Auch wir Juden waren selbstverständlich diesen Landesgesetzen unterworfen, wußten uns aber stets zu helfen, indem wir unsere Turnhallen nur in solchen Gebäuden installierten, die gegen polizeiliche Betretung schützten. Unter diesen Verhältnissen einen Verein zu gründen, war keine Kleinigkeit, und doch gelang es einer kleinen Gruppe jüdischer Leute im Jahre 1895 einen solchen Verein unter dem Namen »Israelitischer Turnverein" zu gründen, der dann 13 Jahre lang unter diesem Namen bestanden hat, und, nach der Proklamierung der Konstitution, den Namen Jüdischer Turnverein „Makkabi" annahm. In diesem Blatte wurde öfters über diesen Verein berichtet, ohne je etwas über seine Vergangenheit zu erwähnen"). Aus diesem Grunde fühle >ch mich als altes Mitglied verpflichtet, diese Lücke auszufüllen und die Turner der Jüdischen Turnerschaft darüber zu unterrichten, wie es meinem Verein gelungen ist, die Höhe zu erreichen, auf der er sieh heute befindet. Wie ich eingangs erwähnte, wurde der Israelitische Turnverein im •Jahre 1895, am 7. Januar, von einer Anzahl iunger Leute, und zwar lediglich aus dem Grunde gegründet, um den antisemitischen Angriffen, denen sie, als Mitglieder des deutschen Turnvereins, ausgesetzt waren, zu entgehen. Schon anfangs gelang es ihnen, den deutschen Turnverein bei weitem zu übertreffen, da die meisten jüdischen Mitglieder die besten Turner dieses Vereins waren, was übrigens auch im ganzen Occident der Fall zu sein scheint**). Aber einige Jahre später ließ das große Interesse nach, so daß der Verein kaum zu erhalten war. Niemand wollte sich während des ganzen Jahres um ihn kümmern, außer, wenn es sich um das alljährliche Stiftungsfest handelte. Erst da wurde von den Mitgliedern ein bischen Interesse an den Tag gelegt. So vegetierte der Israelitische Turnverein volle zehn Jahre und hatte trotzdem die Genugtuung, einer der angesehensten Vereine der Stadt zu sein. *) Doch, dochl Die Redaktion. **) Leider noch nicht! Die Redaktion.

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