Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 7/8 (7.1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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114 No. 7/8 in der Woche überlasse. Wir turnen jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 8',i—10 Uhr abends, da die Turner, meist Handelsangestellte, nicht früher Zeit haben. Jeder Turnabend wird mit unserem Bundesliede eingeleitet resp. geschlossen. In der konstituierenden Plenarversammlung am 5. d. M. wurde der Turnrat beauftragt, sich behufs Anschlusses an den Verband der Jüdischen Turnerschaft zu wenden. Erster Obmann des Vereins ist Herr A. H. Reicn, der zweite Herr Rieh. Weickenstein, erster Turnwart Herr Siegm. Löwy, Schriftführer Herr A. Silberstein. Krakau. Jüdischer Sportklub „Makkabi". Langsam gelang es einer Schar von Burschen der hiesigen Stadt, die Gründung eines jüdischen Sportklubs durchzuführen. Von niemandem unterstützt, auf sich selber angewiesen, gelang es dem Sportklub nach einem Jahre harter Arbeit, den Namen eines wirklich sportlichen Klubs zu gewinnen. Die Beweise der inneren Lebensfähigkeit sowie die einzelnen Siege lenkten die Aufmerksamkeit der hiesigen jüdischen Kreise auf den Klub, die Jugend strömte herbei, und gegenwärtig zählt der Klub ca. 70 aktive Mitglieder. Der Klub betrieb dieses Jahr, der Zeit entsprechend, die Leichtathletik, im Winter Rodeln, hauptsächlich aber das Fußballspiel, das erlaubt, mit geringen Mitteln i» der breiten Oeffentlichkeit aufzutreten. Obwohl die Erfolge wechselnd waren, die Tatsache selbst, daß ein jüdischer Klub überhaupt öffentlich aufzutreten wagte, dieses Faktum war ein so gewaltiges, daß auch die Nichtjuden den Juden als Sportmenschen zu achten begannen. — Den Clou der Saison bildete ein Match der „Makkabi I" mit der „Hasmonaea I" aus Lernberg. Gegen alle Erwartungen siegte der hiesige Sportklub „Makkabi' mit 1:0. In der Herbstsaison beabsichtigt der Klub weiter zu arbeiten und die früher schon geschlossenen Matchengagements mit dem Wiener und Budapester Jüdischen Sportklub zu verwirklichen. Gegenwärtig zählt der Klub drei fleißig trainierende Mannschaften, die zwar jung sind, aber für die Sache das richtige Verständnis haben. Der Klub beabsichtigt auch in der Provinz das Interesse für die Regeneration des Judentums zu wecken. Traurig ist nur die Tatsache, daß sich die hiesigen jüdisch-akademischen Kreise für den Sport wenig interessieren. Wir hoffen aber auch ohne ihre Unterstützung und ohne die der leitenden jüdischen Kreise weiter auf unserer Bahn fortzuschreiten. Bücherschau. Turnbüchlein für Volksschulen ohne Turnsaal von Alfred Maul, Hofrat und Direktor der Großh. Turnlehrerbildungsanstalt. Fünfte Auflage vermehrt und verbessert durch Hauptlehrer A. Leonhardt, Assistent der urou Turnlehrerbildungsanstalt. Karlsruhe 1910. G. Braunsche Hofbuchdruckere rnd Verlag. Preis kartonniert 90 Pfg. . Die neueste Auflage des Büchleins wurde durch den 'anK'^!gen Assistenten des verewigten Verfassers ganz nach den gleichen Gründsatz umgearbeitet, die auch Alfred Maul bei seinen Neubearbeitungen '^'te* ' Nämlich das Turnen immer mehr zu einem gesundheitsfördernden, korpe bildenden Unterrichtsmittel zu erheben und zwar durch Ausschließung al . Bewegungen, die sich zu obengenanntem Zweck weniger eignen und dur Aufnahme solcher Uebungen, deren Nutzen zur Stärkung von Herz u Lunge und zur Gewöhnung an gute Körperhaltung hinreichend erprobt sin Aus demselben Grunde wurden auch die volkstümlichen Uebungen des La - fens, Werfens und Springens neu hinzugenommen. Auch die Spiele u