Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 7/8 (7.1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7/8 113 Am 2. Juni eröffneten wir unseren Sommerturnplatz im Fabrikshofe der Baron Springerschen Spiritusfabrik, den uns die Geschäftsleitung vollständig kostenlos überließ. Sogar eine tadellose Garderobe samt Waschvorrichtung sowie ein großer versperrbarer Kasten wurden uns beigestellt. Garderobe und Turnplatz wurden kostenlos elektrisch beleuchtet. Hier werden außer Barren, Bock und Pferd noch Sprunggeräte benutzt, wie auch Steinstoßen, Stabhochsprung fleißig geübt wird. Auch Turnspiele werden abgehalten, bei denen es sehr lustig zugeht, so daß der Besuch trotz der heißen Jahreszeit immer auf einer Höhe von 35 Personen steht und jede Stunde neue Mitglieder bringt. Die schon lange projektierte Fußballriege wurde ebenfalls jetzt zur Wirklichkeit und hat ihre Tätigkeit begonnen. Die Firma Frankl stellte uns kostenlos einen prachtvollen Platz — Wiese — zur Verfügung. Wir pflegen außer Fußball noch Diskuswerfen und Laufen. Speerwerfen kommt demnächst. Der Platz ist in Unter-St. Veit. Unser Mitglied Hermann Langsfelden hat uns zu diesen beiden Plätzen verholten und sei ihm an dieser Stelle unser Dank ausgedrückt. Otto Ruzek. Boskowitz. J.T.V. Der Boskowitzer Turnverein hat am 8. Juli mit einer Vollversammlung das heurige Turnen begonnen. Da der bisherige Obmann verhindert war, an derselben teilzunehmen, wurde sie von Herrn O- Ticho eröffnet. Die Neuwahf ergab folgendes Resultat: Oskar Ticho, Obmann; Adolf Steklmacher, Obmannstellvertreter; cand. ing. Leo Gottlob, '• Turnwart; Julius Baß, II. Turnwart; cand. med. Gustav Münk, Zeugwart; c»nd. phil. Felix Mandl-Kassierer; cand. ing. Siegfried Spitz, Schriftführer. Unser Verein hatte ziemlich schwere Zeiten durchzumachen, da er trst seit einem Jahre der Jüdischen Turnerschaft angehört und ihm dadurch manche Gegner erwachsen und manche Hindernisse entgegengetreten sind. Doch gelang es uns, diese zu überwinden und jene zum Schweigen zu bringen. Dadurch, daß unser jetziger Turnwart ein ausgezeichneter Turnlehrer 'st, hat sich auch die Beteiligung am Turnen gehoben. Es ist sehr erfreulich, daß auch die Leistungen immer besser werden, und das umsomehr, als der herein heuer Sein 20jähriges Gründungsfest besonders feiern will. Der neue l urnrat gedenkt nämlich, diese Feier in einer solchen Art zu begehen, daß s'e alle bisherigen Feste und Schauturnen, die von unserem Verein veranstaltet wurden, in den Schatten stelle. Leider konnte bis jetzt immer nur im ^mmer geturnt werden, da dies im Freien geschieht und da viele Mitglieder Studenten sind, die bloß den Sommer hier verbringen. Ein Winter- 'urnen der hier ständigen Mitglieder wird nur dann möglich sein, wenn wir unser nächstes Ziel erreichen werden; es ist dies der Bau einer Turnhalle, wozu unsere finanziellen Mittel allerdings nicht ausreichen. . Siegfried Spitz, Schriftführer. Ilflau. J.T.V. Der Iglauer Jüdische Turn- und Sportverein ist seit Juni d. .1. aktiv. Die Erledigung seitens der mährischen Statthalterei er- °.i^te unter dem 15, Juni ac Eine Anzahl älterer Herren hat sich entschlossen, wieder in die turnerische Aktivitas einzutreten. Wir wollen damit Jjpu jungen Leuten den nötigen moralischen Rückhalt «{eben. Da wir vorauf^ nur Freiübungen (Stab, Hantel usw.) üben, so können wir auch durch «as Beispiel erzieherisch wirken. Als Turnplatz benutzen wir das Lokal der erialverbindung „Hasmonaea". Es ist ein Interimsplatz, mit dem wir,"wenn? ans. Geräteturnen geht, nicht auskommen werden. Der Turnrat bereitet en ein Gesuch an die hiesige Stadtgemeinde vor, daß sie uns einen Turnai einer Schule eventl. gegen Miete für unsere Zwecke vorläufig zweimal