Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 7/8 (7.1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7/8 106 Vereint traten wir um Vill Uhr ohne Verzug die zweite Etappe Eberswalde—Chonn an. Sie bot nicht viel des Interessanten, dürftigen Wald, de» gewaltigen Damm der Qroßschiffahrtsstraße, die versteckte Weitlager Mühle. Dafür wurden wir aber in Chor in reich entschädigt. Die berühmte Ruine seines Klosters, eines der hervorragendsten Bauwerke nordischer Qottiik. prägte sich, wie jedem Beschauer, auch uns nachhaltig ein. Als wir nach einem Gang durch den Klostergarten, den ein lauschiges Bächlein durchfließt, das lor hinter uns schlössen, verursachte das plötzliche Erscheinen unseres Vorsitzenden, Herrn Scholem und seiner Gemahlin allgemeine Freude. Die Mittagsrast und ihre Freuden winkten aus der hochgelegenen Klosterschänke. Nach den kurzen Ruhepausen am Wege wurde jetzt tapfer in die Vorräte des Rucksacks und der Wirtsküche eingehauen; das Bild des unter uns liegenden Waldsees mit seinen sanft ansteigenden Ufern lud ein zu betrachtendem Verweilen Natürlich fehlte es nicht an Turnern, die keine Badegelegenheitvorübergehen lassen, wahrend andere sich ein Lager zum Mittagsschläfchen im Grünen suchten. Nach dem Kaffee ging es um 4 Uhr weiter. Der Weg nach Oderberg war wieder ein herrlicher: dichter Buchenwald zu beiden Seiten, ein Gelände in abwechslungsreicher Steigung, ergaben eine Szenerie, die uns selbst der drohende Regen nicht verderben konnte. Im Forsthaus Liepe fanden wir bei Milch und Selters Erfrischung und brachen dann zu flotter Schlußwanderung auf. Um y28 Uhr sichteten wir Oderberg Diese alte Stadt hegt malerisch an der Oder am Fuße bewaldeter Höhen und erinnert an die oft besungenen Neckar- und Donaustädtchen. Gern hätten wir dem ragenden- Aussichtsturm einen Besuch abgestattet, aber Zeit und Regen drängten. Der Bahnhof hegt weit vor der Stadt. Die müden Wanderer, die mit dem Erreichen des Ortes das Ende des Marsches erwartet hatten, mußten so das berüchtigte Pflaster der märkischen Kleinstädte auskosten und noch eine starke halbe Stunde durchhalten. - Schnell schlug die Abschiedsstunde. Ein herzliches Lebewohl den Stettiner Freunden, die uns so liebe Wand*rgefährten waren, dann traten wir die Heimreise an und trafen gegen 11 Uhr in Berlin ein. Die fröhliche Stimmung dämpfte selbst bei unsern eingefleischten Skatbrüdern die Spielwut, zumal sie vergessen hatten, für Karten zu sorgen. . .. M So Degt wieder eine herrliche Turnfahrt hinter uns. Unsern Dank den atettiner Freunden, die eine weite Bahnfahrt nicht scheuten, um erneut den verbandsgedanken in so schöner Form zu bekräftigen, Dank auch unser» rührer, der uns sicher geleitet hat, allen frohen Wanderern aber für Jie nächste Fahrt ein kräftiges Frisch aufI Alfred Burin. Die diesjährigen Pfingstturnfahrten hatten sich einer guten Beteiligung zu erfreuen. Unsere Männerabteilungen unternahmen, verstärkt durch Mitglieder des Charlottenburger J.T.V., eine dreitägige WanderuWE durch Mecklenburg: Fflrstenberg-Mirow-Röbel-Waren am Müritzsee. 7 u £rauenabtei,UMKen traten ihre zweitägige Turnfahrt — seit ihrem Be- Neuruppin aus an, durchzogen am ersten Tage die Ruppiner Schweiz längs ihrer herrlichen Seenkette und nahmen in der Rokokoresidenz Rheinsberg Nachtquartier. Der zweite Tag brachte die rüstige Wandergesellschaft an den Stechlinsee und zum Ziel nach 35 Htometer Marschleistune der 22 Turnerinnen betrug an jedem Tage „„„ nUn»er?Na.chtturnfahrt vom 2.-3. Juli (Männerabtellung) iflhrj* von Oranienburg ms Liebenwalder Qebiet und endigte am Abend des 3. J«« in Altenhof am Werbellinsee. Marschleistung 42 km. Eine größere Wände-