Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 5/6 (5.1910)
- Date
- 1910-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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82 No. 5 6 Jüdische Lieder lernen sie singen, ja selbst jüdische Spiele werden mit ihnen gespielt. Die Jüdisch-nationale Frauenvereinigung lehrt die Kinder stolze, selbstbewußte Juden sein. Die Ferien stehen vor der Tür. Hoffen wir, daß die einlaufenden Mittel es gestatten, mit vielen Kindern recht viele solcher Ausflüge zu machen. Lina Wagner-Tauber Sport als Schutz vor Erkältung. „In bezug auf Erkältungen verhalten sich", wie Prof. Dr. P. Q., Unna") schreibt, „die einzelnen Arten des Sports sehr verschieden. Da stärkt Muskelbewegung ein gutes Gegenmittel gegen jede Form der Erkaltung ist und viele Erkältungen instinktiv oder bewußt durch rasches Gehen und Laufen, Turnen und Reiben des Körpers im Keime erstickt werden, so disponieren die mit Körperiibungen einhergehenden Formen des Sports, das Turnen, Laufen, Schwimmen, die Spiele usw., wenn sie vernünftig geiiandhabt worden, nicht zur Erkältung, obwohl sie scheinbar die beste Gelegenheit dazu jeben. Freilich gehört dazu aber auch die überall beiolgte Regel, daß eine Durchnässung der Haut durch Schwitzen oder Bad nur während andauernder Muskelarbeit vertragen wird, bei Muskelnihe aber sofort eine Abtrocknung oder ein Kleiderwechsel stattfinden muß. Am »llerbesten verhalten sich in dieser Beziehung die Formen des Freiluftsports, eine zunächst paradox erscheinende Tatsache, die sich aber dadurch einfach erklärt, daß die von der Kleidung befreite Haut auch bei intensiver Muskelarbeit trockener bleibt als die bekleidete. Wo freilich die Luftwärme nur mäßig und kein Sonnenschein vorhanden, da ist die Grenze des Freiluftsports bald erreicht und kann nur durch Reiben der Haut hinausgerückt werden. Sehr viel schlechter gegenüber der Erkältung stehen die Formen des Sports da. welche notgedrungen dicke Kleidungsstücke verlangen, am schlechtesten diejenigen, welche außerdem Ruhe des Körpers, wenigstens iiir den Unterkörper erfordern, wie das Automobilfahren, das Fahren überhaupt, dann aber auch das Reiten, das Fischen und das Segeln. Nicht viel besser steht es um das Jagen, bei dem oit anstrengende, Schweiß erregende Märsche mit langdauerndem Stillstand bei kaltem und nassem Wetter abwechseln. Alle diese Formen des Sports leiden darunter, daß die Haut durchschnittlich zu warm und die Hornschicht zu feucht gehalten wird, sie wird, wii man sagt, verweichlicht. Starker Abkühlung ausgesetzt, gibt sie dann viel zu viel Wärme her. Rheumatische Erkrankungen der Arme und Beine werden Jäger durch Jagen so wenig los, wie Automobilfahrer ihre kalten Füße. Die wichtigste Vorbeugungsmaßregel ist eine möglichst poröse, möglichst viel Luit haltige Kleidung, sie möge so dick und vielfach sein, als sie wolle, wenn nur der Hornschicht darin Gelegenheit zum Trocknen gegeben ist." *) „Haut und Sport". Mediz. Klinik, Nr. 1—5, 1910.