Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 3/4 (3.1910)
- Date
- 1910-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3/4 61 Die hierauf erfolgten Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Herr Friedrich Low, Obmann; Herr Emil Husserl, Obmannstellvertreter; Herr Hugo Hönig, Turnwart; Herr Leo Bullek, Turnwartstellvertreter; Herr Richard Bobasch. Turnwartstellvertreter; Herr Josef Grabscheidt, 1. Schriftführer; Herr Ernst Beamt, 2. Schriftführt r; Herr David Frankl, 1. Kassierer; Fräulein Elsa Lasus, 2. Kassierer; Herr Leopold Neuhof, Zeugwart; Herr Moritz Honig. Beirat. Herrn Leo Ballek wurde die Leitung der Damenriege übertragen und Herr Moritz Hönig zu seinem Stellvertreter bestimmt. Unter „freie Anträge" ist besonders der vom scheidenden Schriftführer Kestellte hervorzuheben, der durch mündliche Belehrung am Turnplatz und durch Anbringung von in die Augen springenden Tafeln mit den wichtigsten Daten aus der Geschichte der jungjUdischen Renaissance für die nationale Erziehung Vorsorge treffen will. Weiter der Beschluß, einen Baufond ins Leben zu rufen, damit in absehbarer Zeit der Verein sein eigen Heim beziehen könne. Nach den Schlußworten des Obmannes wurde die Versammlung unter Absingen des Liedes „Auf mein Volk" geschlossen. Friedrich Low. Wien. Jüdischer Turnverein FUnfhaus. Samstag, den 19. März fand in Weigls Katharinenhalle das 10 jährige Gründungsfest, verbunden mit einem Schauturnen, statt, dessen Verlauf im Folgenden etwas näher geschildert sei. Das Publikum, das schon geraume Zeit vor Beginn sämtliche Räume im festlich geschmückten Saale dicht besetzt hielt, harrte gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Und es wurde wahrlich nicht enttäuscht. Die Militärkapelle setzte ein. und einmarschierten zur Freude und zum Stolze jedes bewußten Juden 42 stramme, kräitige Turner und 27 durchwegs hübsche Damen. Nach dem schönen Aufmarsch hielt der Obmann, Herr Elkan, in kurzen, •narkigen Worten eine Ansprache, in welcher er die Ziele unserer gemeinsamen Bestrebungen auseinandersetzte. Nun folgten die Freiübungen, von den Herren und Damen gemeinsam ausgeführt, die Damen mit Eisenstäben, die Herren ohne Belastung. Es war ein erhabenes Bild, das sich dem Zuschauer beim Anblick dieser Kombinationen bot, und der reiche Beifall, sowie die jubelnden Zurufe des Publikums, die jede Übung lohnten, waren redlich verdient Das Gerätturnen, 1. Riege: Reck, 2. Riege: Barren, 3. Riege: Bock, 4. Riege: Pferd, bieitgestellt, 5. Riege: Freisprung, mußte selbst von scharfen Kritikern für gut bezeichnet werden. Die Musterriege am Doppel- Barren zeigte sehr schöne Leistungen, die korrekt und exakt ausgeführt Wurden. Den Schluß bildeten 6 Handstände an den Enden der Barren, sowie j-'ne hohe Pyramide, deren Oipfel das Mögen David mit der Inschrift 10 bildete. Wieder lauter Jubel und kräftiger Beifall seitens des Publikums. Bei l'ner internen Feier wurde dem prächtigen 1. Turnwart, Herrn Ing. Theodor jrteinherz, der sich in hingebungsvollster Weise dem Verein widmet, sowie dem 2. Turnwart, Herrn Säbel, ein Ehrengeschenk überreicht. Ein sehr animierter Tanz hielt uns bis zum frühen Morgen beisammen. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß der Bruderverein, der „Erste Wiener Jüdische Turnverein", durch über 100 Mann vertreten war. Der Abend muß in jeder Beziehung als trefflich gelungen bezeichnet werden und gereicht sowohl Jen 'urnerinnen und Turnern, als ihrem wackeren Meister Steinherz zur Ehre. A. D.