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Jüdische Turnzeitung · 1910-03-01 · 3/4 (3.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
3/4 (3.1910)
Date
1910-03-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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54 No. 3/4 zurückstehen. Oit kann es eine Turnstunde sein, die Achtung und Ansehen für die ganze Dauer der Dienstzeit verschafft und den Heimkehrenden eine andere Meinung, als die hergebrachte, ins bürgerliche Leben mitgibt. Die Jüdische Turnerschaft hat schon viele ihrer Jungen als stramme Soldaten gesehen, die ihrer turnerischen Erziehung Ehre machen. Daß alle, die einmal im Heere „auf sich selber stehen" und für ihr Judentum bürgen müssen, in unsere Vorschulen gingen, ist der Wunsch, den ich an diesen kleinen Aufsatz knüpfen möchte. Womit sollen die Turnabende schliessen? Eine Anregung von J. Böhm- Stettin. In den der Deutschen Turnerschaft angehörigen Vereinen wird die letzte Viertelstunde der Turnabende dem Kürturnen freigegeben, und auch unsere Vereine haben wohl zum größten Teil diesen Brauch angenommen. Für Vereine, die mit einer größeren Anzahl Turner antreten, mag dies auch ganz richtig sein, bei einer geringeren Anzahl ist wohl aber eine andere Einteilung zweckmüßig. Man kann stets beobachten, daß sich am Kürturnen immer nur dieselben Turner beteiligen, die schon etwas können, daß aber die schwächeren bei Seite stehen bleiben und meist unter dem Vorwand, schon müde zu sein und genug geturnt zu haben, jede Beteiligung an dem Kürturnen ablehnen. Nimmt man hinzu, daß naturgemäß <"e Schwächeren in den einzelnen Riegen die allmählich schwerer werdenden Übungen gegen Schluß hin nicht mehr so recht ausführen konnten, daß beim Springen schon früher ausscheiden mußten, so ist es klar, daß sie mit einem Qefühl des Mißmutes und dem Qedanken: „Du bringst es ia doch zu nichts", die Halle verlassen. Ich will natürlich nicht gegen das Kürturnen reden, dessen Wert ich durchaus nicht unterschütze, ich möchte es nur nicht am Schlüsse des Turnabends, sondern am Beginn haben. Von den Vorturnern ist doch sicherlich immer einer zu Beginn anwesend, um das Küren zu beaufsichtigen, und es ist auch reichlich Zeit vorhanden, zu küren, da ja unsere fast ausschließlich dem Handelsstande angehörigen Mitglieder niemals gleichmäßig pünktlich erscheinen können. Auch das Oeräte-Turnen bis zur letzten Minute halte ich nicht für das Qeeignete. Es ist vielmehr meine Ansicht, sämtliche Turner aller Riegen für die letzten Minuten unter Leitung eines Vorturners zusammenzubringen und ein gemeinsames Spiel zu veranstalten. Ballspiele oder freie Spiele, deren es Ja eine ganze Reihe gibt, lebhafte und schnell wechselnde Freiübungen, die nicht zu schwer gehalten sein dürfen, Dauerlauf. Hindernislaufen, kurz Übungen, bei denen alles noch einmal gründlich warm wird, sind das Richtige. Gelingt es, damit einen humoristischen Ton zu treffen, so wird man am Schlüsse, beim Ankleiden, so viel frohe und lachende Qesichter sehen, d»B dem Turnwart um das Wiederkommen seiner Turner nicht bange ist.

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