Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 9 (9.1909)
- Date
- 1909-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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174 No. 9 Köln. J. T. V. Turnfahrt. Der 25. Juli versammelte wiederum die Liebhaber und diesmal auch einige Liebhaberinnen des Wandersports zu einer recht anstrengenden, aber genußreichen Tagestour. Die Eisenbahn, die 5.19 Uhr vorm. den Hauptbahnhof verließ, brachte uns nach einer überaus gemütlichen Fahrt über Call nach Gemünd (ESfe'l). Trotz der frühen Morgenstunde ging die Stimmung schon außerordentlich hoch. Ich weiß nicht, ob der Grund hierfür in dem Wetter, das sehr schön zu werden versprach, oder in der Freude über die erstmalige Beteiligung von Damen zu suchen war. So traten wir wohlgemut, in Viererreihen geordnet, den Weg auf Heimbach an. Nach einstündigem Marsch gelangten wir an die Seen der Urftalsperre, die von prächtigen Waldungen und romantischen Felsen umrahmt sind. Hier zeigte sich wieder die Anziehungskraft des Wassers; denn einige unserer Wasserratten konnten die Versuchung nicht widerstehen, ihre Glieder in das erfrischende Naß zu tauchen. Inzwischen entfernten sich die Übrigen mit den Damen, um auf einem Baumstamm den ersten Imbiß einzunehmen. Dann ging es gemeinsam weiter zur Sperrmauer und über steile Waldwege zum „Fünfseenblick". Nachdem wir einige Zeit diese herrliche Aussicht genossen hatten, marschierten wir in beschleunigtem Tempo nach Kloster Maria Wald, dessen Kapelle wir besichtigten. Inzwischen türmten sich düstere Wolken auf, und als wir Heimbach erreichten und an der Roer unsere Mittagsrast hielten, wurden wir vom Regen überrascht. Als er nachließ, setzte sich der größte Teil der Wanderer wieder in Bewegung, um das noch etwa 2 Stunden entfernte Niddeggen zu erreichen, während die anderen es vorzogen, die Bahn zu benutzen. Nicht unbemerkt will ich lassen, daß die Damen sich tapfer zeigten und die betreffenden Herren beschämten. Auf Burg Niddeggen angelangt, hielten wir unsere letzte Rast und trafen am Bahnhof mit den anderen zusammen. Die Rückfahrt führte uns über Düren wieder nach Köln. . Diese Tour wird sicherlich bewirken, daß sich für die Folge auc unsere Damenriege eifrig an unseren Märschen beteiligt. L. Wien. Erster J. T. V. Bericht der Sektion „J u n g - J « d a"' Auch in diesem Jahre hat die S. J.-J. Ersprießliches geleistet. Während des Winters wurden an jedem Dienstagabend im Beratungszimmer des Tur- Vereins Vorträge abgehalten, die ziemlich gut besucht waren. Es spräche Gustav Kohn über: 1. Die Notwendigkeit des Zionismus. 2. Kulturpsychologische Studien über den Zionismus. 3. Geschichte der Juden im Zeitalter der Renaissance. Dr. Hahn über: Modernes Judentum. Freundlich Uber: Zionismus und Gegenwartsarbeit. Otto Krasny Uber: Zur Orientierung der Weltlage des Judentums. Emil Kafka über: Die jüdischen Kolonisationsbestrebungen in Palästina. Moses Waldmann über: Partei und Weltanschauung. Außerdem veranstalteten wir interne Vortragsabende, die eben guten Besuch aufwiesen. Gemeinsam besuchten wir öfters Vorträge and zionistischer Vereine; auch hatten einige unserer Mitglieder an «en e heurigen Jahre hier abgehaltenen Palästinakursen teilgenommen. An befaßten sich wieder mit dem Incassa von Schekeln und hatten recnt |reB Erfolge. Das Nationaljudentum und die Idee des Zionismus unter j»n Mitgliedern zu verbreiten, ist bekanntlich das Ziel unserer Bestrebung Wir unterziehen uns gern dieser Arbeit, trotzdem die gewünschten Cr,^ bis jetzt ausgeblieben sind. Die Vorträge, die in erster Linie für dJe jcnt, glieder des Turnvereins bestimmt sind, werden von vielen Uberhaupt