Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1909-08-01 · 8 (8.1909) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
8 (8.1909)
Date
1909-08-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4921092-5965117-5965292--2515-4925333
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

148 No. 8 Summe wurde mittels einer Kollekte aufgebracht; was den zweiten Betrag betrifft, so erhielten wir denselben in Form von Miete seitens der sephardischen Gemeinde von Qalata für Benutzung unserer Turnhalle als Betsaal zu den Hochfeiertagen. Zuletzt figurieren im Eingang unter der Rubrik »Spende diverser jüdischer Turnvereine» Pst. 694.75. Diese Summe repräsentiert den Oesamtbetrag, welcher uns von fünf national-jüdischen Turnvereinen zugekommen ist, und zwar infolge des vom vorjährigen Vorstand erlassenen Aufrufes zugunsten der in Haskeuy bei der Feuersbrunst am 13. März 1908 verunglückten Juden. Dieser Betrag ist nicht dem Zwecke zugeführt worden, für den er anfangs bestimmt war, und zwar aus gewissen Ursachen, die der Vorstand nach reiflicher Auseinandersetzung und mit Zustimmnng der Spender für richtig befunden hat. Diese Summe wird auf unseren Vorschlag und wie bereits in der Jüdischen Turnzeitung veröffentlicht, zum Ankauf eines Barren verwendet werden, der Eigentum der „Jüdischen Turnerschaft" sein wird und leihweise neu zu gründenden Turnvereinen in den von Spaniolen bewohnten Vororten der Stadt zur Verfügung gestellt werden soll. Dieser Beschluß wurde von den in Betracht kommenden Turnvereinen sowie auch seitens der Jüdischen Turnerschaft in Berlin angenommen und unsere Vorturnerschaft mit dem Ankauf des Gerätes bereits betraut. Als Hauptfaktor ist im heurigen Jahre vor allem die Statutenänderung zu erwähnen, deren Durchführung nicht weniger als vier außerordentliche Generalversammlungen beansprucht hat. Obzwar es hierbei zu sehr ernsten Zusammenstößen gekommen war, so kann ich trotzdem heute mit Befriedigung berichten, daß alles in die alte Ordnung getreten und der Friede wie zuvor vollkommen hergestellt ist. Besonders muß hier Herr Heinrich Abraham genannt werden, der es auf sich genommen hatte, ein Statuten projekt aufjüdisch-nationaler Basis auszuarbeiten, welches auch vollkommene Anerkennung fand. Dem § 2 unserer neuen Statuten sind wir im heurigen Jahre im vollsten Sinne nachgekommen. Die Turnabende aller Vereins-Abteilungen verliefen mit großer Regelmäßigkeit; der Turnunterricht in der Deutsch-Israel. Schule (Fondation Goldschmidt) wurde mit äußerster Pünktlichkeit und zur höchsten Zufriedenheit geleitet. Leider ist es uns bis heute noch nicht vergönnt gewesen, den Turnunterricht auch auf die übrigen jüdischen Schulen der Stadt auszudehnen, und zwar aus Mangel an genügenden Geldmitteln, die die Anstellung einer brauchbaren und tüchtigen Lehrkraft erfordert. Wir haben zwar einen Versuch angestellt, durch Vermittelung des Hilfsvereinsd er deutschen Juden einen pädagogisch gebildeten Lehrer zu bekommen, selbstverständlich unentgeltlich, jedoch sind die Verhandlungen nicht in der Weise geführt worden, die uns zu einem eventuellen günstigen Resultat hätten bringen können. &s wird deshalb Sache des neuen Vorstandes sein, diese Lebensfrage Wr unseren Verein sowie für den allgemeinen Turnbetrieb Konstantinopels nach Möglichkeit zu lösen. Hierbei sei bemerkt, daß Herr Dr. Paul Nathan» Präsident des Hilfsvereins der deutschen Juden, gelegentlich seines letzten Aufenthaltes in unserer Stadt von einer Deputation des Vorstandes im Namen des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.