Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 8 (8.1909)
- Date
- 1909-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 147 Die Mädchen-Abteilung ist und bleibt vor der Hand der wundeste Punkt unserer Organisation. Obzwar der Vorstand sich im heurigen Jahre viel bemüht hat, das Niveau dieser Abteilung zu heben, so ist es ihm dennoch nicht gelungen, dieselbe auf ihren früheren Glanzpunkt zu bringen. Der Rückgang: ist vielfachen Ursachen zuzuschreiben, deren Erörterung hier nicht am Platze wäre. — Von 51 Mitgliedern, die diese Abteilung im Jahre 1906/07 zählte, verblieben am Ende des vorigen Vereinsjahres nur 27, um auf ein Minimum von 3 oder 4 zu Anfang des heurigen Vereinsjahres zu sinken. — Dank frühzeitigen energischen Eingreifens und Uebernahme der Riege durch Herrn Ziffer ist es uns gelungen, die Zahl der Mitglieder wieder auf 11 zu bringen. Die Mitgliederbeiträge haben im Vergleiche zum Vorjahre keine namhafte effektive Steigerung zu verzeichnen, trotzdem die Vermehrung der Mitgliederzahl eine so bedeutende ist. Die Erklärung ist sehr einfach. Während das Vereinsjahr 1907/08 einen Rückstand an Quittungen vom Vereinsjahre 1906/07 in der Höhe von Pst. 2295 übernommen hatte, betrug der Rückstand am Ende 1907/08 nur Pst. 665, das heißt um Pst. 1630 weniger, sodaß die Gesamtsumme der einkassierten Mitgliederbeiträge im Vereinsjahre 1907/08 sich viel höher stellte, als sie im Vergleiche zu der Mitgliederzahl tatsächlich ergeben könnte. Das Reinerträgnis unseres alljährlichen Winterfestes war kein besonders erfreuliches. Gegen einen Erlös von Pst. 2,462% im Vorjahre, steht heuer nur ein Betrag von Pst. 536, also ein Rückgang von Pst. l,Q26,/4 Die Ursache dieses ungünstigen Resultates war wahrscheinlich die zu starke Inanspruchnahme des Publikums durch die vielen Feste zu Gunsten einer Me"ge neugebildeter Vereine, die nach Proklamierung der Konstitution begründet wurden, sowie der allgemeine sehlechte Geschäftsgang, der durch die Politischen Ereignisse in der Türkei hervorgerufen wurde. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die im Vereine vorgekommenen Mißverständnisse gelegentlich der Statutenänderung auch einen Teil dazu beigetragen haben werden. Dagegen war der moralische Erfolg ein noch selten erreichter. Der Jüdisch-nationale Geist, welcher zum ersten Male das ganze Festprogramm durchwehte, trug wesentlich dazu bei, den Glanz des Festes zu erhöhen. Die Ansprache seitens des Majors Selim Sirri Bey, sowie die Oewehrübungen der Kinder-Abteilung weckten Stürme von Beifall. Trotz der geringeren Einnahmen sind wir in Neuanschaffungen an Oeräten und Verstärkung des Reservefonds nicht nur hinter dem Vorjahre nicht zurückgeblieben, sondern wir haben im heurigen Vereinsjahre sogar um Pst. 904.— mehr für Anschaffungen ausgegeben und ebenfalls weitere zwei Türkenlose dem Reservefonds zugeführt, welcher sich nunmehr auf über 60 Livres Turques beläuft. Auch in der Ausübung von Wohltätigkeit, die zwar in die Attributionen unseres Vereines nicht fällt, sind wir in diesem Jahre dem vorjährigen Vereinsabschnitt voraus. Während wir in der Geschäftsperiode 1907/08 Pst. 1 040.— für Kauf von 14 Mänteln und Beköstigung armer Kinder verausgabt haben, wurden dagegen heuer Pst. 1 342.— an die durch die Feuersbrunst in Galata verunglückten Juden verteilt und Pst. 540.— der Deutsch-Israelit. Schule (Fondation Goldschmidt) zugeführt, im ganzen also ein Betrag von Pst. 1 882.— gegen im Vorjahre Pst. 1040.— also eine Mehrausgabe von Pst. 842.—. Die erstere