Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 8 (8.1909)
- Date
- 1909-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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140 No. 8 verlautet worden sei. Anzuerkennen sei, daß auch der beste Ausschuß bei Geldmangel nicht arbeiten könne. Unter diesem Gesichtspunkte sei die beschlossene Erhöhung der Beiträge durchausgerechtfertigt. — Die interessanten und sehr gut vorgetragenen Ausführungen, die insbesondere durch den warmen, nationalen Ton, der aus ihnen herausklang, interessierten, fanden lebhaften Beifall. Es schloß sich eine Besprechung an, in der Herr B e r g e ti Vorsitzender des Vereins, die von Herrn Löwendahl geübte Kritik vertiefte. Auch er erwarte mit Ungeduld das Programm des neuen Ausschusses, da bis zu dessen Bekanntwerden der Verein, der im Falle der Erhöhung der Beiträge für die Turnerschaft gezwungen sei, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, zu dieser Frage Stellung nehmen könne. Wünschenswert sei, daß auch endlich ■ die Obmannschaft in die Lage versetzt werde, ihrer Aufgabe gerecht Zu . werden. Herr Löwendahl erwähnte in seinem Schlußwort noch den warmen Empfang, den die Delegierten bei ihren Berliner Turnbrüdern und insbesondere auch bei den Turnschwestern gefunden haben, und des Ausfluges, den er zu seinem Bedauern mitzumachen nicht mehr in der Lage war, über den aber Herr Moses in einer interessanten Weise noch manches Schöne zu berichten wußte. — Unser Familien - Ausflug, der am Sonntag, den 20. Juni, stattgefunden hat, nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Die 45 Teilnehmer ~~ davon die Mehrzahl Turnerinnen — fuhren mit der Bonner Kreisbahn nach Hermülheim, von wo aus ein zweistündiger Turnmarsch nach Kirberg durch den Wald über die Kranzmauer unternommen wurde. In Kirberg wurde bei einstündiger Rast der Kaffee eingenommen und hierauf das naheliegende Brühl aufgesucht. Im berühmten Brühler Schloßpark wurden verschiedene Wiesenspiele veranstaltet und um 10 Uhr die Heimfahrt nach Köln mit der Staatsbahn angetreten. Der Ausflug war vom schönsten Wetter begünstigt. Untenstehende Resultate wurden von Mitgliedern unseres Vereins erzielt: Frei-Hocbsprung mit Brett und Anlauf.........1,55 m Stab-Hochsprung mit Anlauf ............2,70 m Steinstoßen, 15 Kilo, mit Anlauf...........6,-- rn Weitsprung mit Brett und Anlauf..........5,35 m ProBnitz. Jüdischer Turnverein. Die Erhöhung der Verbandssteuer machte eine Steigerung unserer Mitgliedsbeiträge notwendig, da die größere Quote, die wir jetzt zur Erhaltung des neuen jüdischen Vereins-Lokales z zahlen haben, den letzten Rest unserer Barmittel aufgezehrt hat. In eine' außerordentlichen Generalversammlung, die am 28. Juni abgehalten wurde^ und in der unsere neue Damenriege fast vollzählig erschienen war, efstatteten unsere Delegierten beim Berliner Turntag, Kien und Hönig. dt Rechenschaftsberichte; sodann wurde von den Anwesenden beschlossen, den Monatsbeitrag von 60 auf 80 Heller hinaufzusetzen. Turnrat kooptierte in seiner letzten Sitzung Fräulein Else Lasus als Vertreterin der Damenriege. Diese Riege nimmt eine sehr erfreuliche EntwicKj lung, die Turnstunden sind stets gleich gut besucht und die Turnlust hält be unseren neuen Vereinsmitgliedern in derselben Stärke wie zu Beginn an. Seit Bestand der Dainenriege hat die Einrichtung von gemeinsamen Ausflügen bei uns Platz gegriffen und fördert das Interesse unserer Mitgliede und Außenstehender am Verein in ganz erheblichem Maße. — Das neu jüdische Vereinslokal wurde am 25. Juni mit einem sehr schön verlaufenen Festabend feierlich eröffnet. —